Helmstedt. Die Geschäftsführung der Helios-Klinik will eine Abteilung in Helmstedt auflösen. Das sagen die Gewerkschaft Verdi und das Unternehmen.

Schock für die Mitarbeitenden der Helios-Klinik St. Marienberg in Helmstedt: Laut Verdi-Mitteilung hat der Geschäftsführer der Klinik, Matthias Hahn, dem Betriebsrat mitgeteilt, dass das Medizin-Controlling der Klinik in die Helios-Klinik nach Gifhorn, deren Geschäftsführer er auch ist, outgesourct wird. Die acht Beschäftigten in der Abteilung bekommen die Kündigung, heißt es in der Mitteilung.

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Das Medizin-Controlling übernimmt in einem Krankenhaus die Kodierung der Diagnosen, ist Schnittstelle zwischen Krankenhaus und Kostenträgern und hat damit erheblichen Einfluss auf die Wirtschaftlichkeit einer Klinik. „Wir stehen hier noch immer unter Schock. Unsere ganze Abteilung wurde mit wenigen Sätzen abgefrühstückt. Das Ganze kam für uns total überraschend“, sagt laut Verdi Abteilungsleiterin Carola Laubstein.

Helios stellt für einige Mitarbeiter eine Zukunftsperspektive im Unternehmen in Aussicht

Auf Nachfrage unserer Redaktion erhalten wir am Donnerstagnachmittag eine knappe Stellungnahme der Helios-Kliniken. Diese bestätigen den geplanten Stellenabbau und drücken ihr Bedauern über diesen Schritt aus. Schriftlich teilt Christian Becker von der Unternehmenskommunikation mit: „Das Helios St. Marienberg Klinik Helmstedt hat sich nach detaillierter Prüfung entschlossen, den Bereich des Medizincontrollings künftig über das Helios Klinikum Gifhorn zu führen und dort zu bündeln. Von dieser Verlagerung betroffen sind acht Mitarbeiterinnen der Helios St. Marienberg Klinik Helmstedt.“ Helios stellt für fünf Mitarbeiter eine Zukunftsperspektive in Aussicht: „Wir bedauern dies und konnten fünf dieser Mitarbeiterinnen ein Angebot zur Weiterbeschäftigung innerhalb der Klinik unterbreiten. Gleichwohl ist die Verlagerung des Medizincontrollings aus unserer Sicht unumgänglich.“

Der Betriebsrat von Helios in Helmstedt vermisst einen Plan und Zahlen

Betriebsratsvorsitzende und Verdi-Mitglied Ina Germer-Wemjes erklärt dazu: „Die Entscheidung ist aus unserer Sicht nicht nachvollziehbar. Wir brauchen die Mitarbeiterinnen aus dem Medizin-Controlling hier vor Ort. Nur der direkte Austausch zwischen den Beschäftigten auf den Stationen und dem Controlling stellt sicher, dass effizient und korrekt abgerechnet wird.“

Ein Plan, wie die Arbeit zukünftig organisiert werden kann, sei dem Betriebsrat nicht vorgelegt worden, Zahlen zur Wirtschaftlichkeit zum jetzigen Zeitpunkt und nach Übernahme durch Gifhorn ebenfalls nicht. Der Wirtschaftsausschuss in Helmstedt sei nicht informiert worden.

Verdi kritisiert die Helios-Geschäftsführung in Helmstedt und Gifhorn scharf

Auch der Betriebsrat in Gifhorn steht laut Verdi vor einem Rätsel. Betriebsratsmitglied Jan Seiler aus dem Helios-Klinikum Gifhorn erklärt dazu: „Wir glauben nicht, dass unser Medizin-Controlling einfach die Fälle aus Helmstedt mit bearbeiten kann. Aktuell haben wir weder die Räumlichkeiten noch das Personal. Auch für uns ist die Entscheidung so nicht nachvollziehbar.“

Verdi kritisiert das Vorgehen des Arbeitgebers scharf. „Acht Beschäftigten ohne große Ankündigung, ohne Gespräche, teilweise ohne Angebote der Weiterbeschäftigung zu kündigen, ist aus unserer Sicht willkürlich, unmoralisch und unsozial. In Zeiten des Fachkräftemangels sollte sich Helios um jede Mitarbeiterin bemühen – hier passiert das Gegenteil“, sagt Gewerkschaftssekretär Bruno Gerkens.

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