Gifhorn. Weil in den Schützenfestzelten in Meine und Isenbüttel das Lied „L‘Amour toujours“ tabu war, stimmten es Unbelehrbare ohne Musik an.

Wie blöd muss man sein? Schützenfestbesucher in Meine und Isenbüttel haben laut Polizei außerhalb der Festzelte rassistische „Ausländer raus“-Parolen zur Melodie des Techno-Stücks „L‘Amour toujours“ des Künstlers Gigi D‘Agostino angestimmt. In Meine direkt vor den Ohren von Polizeibeamten.

In Isenbüttel waren die mutmaßlichen Täter Jugendliche

Weil das zuvor mehrfach missbrauchte Stück in Absprache mit den Veranstaltern bei den Zeltpartys tabu war, sangen die Provokateure das Stück ohne Musik im Chor anlasslos. In Isenbüttel waren es laut Polizei etwa zehn Jugendliche, die Freitagabend gegen 20.45 Uhr auf dem Schützenfest-Vorplatz die Parolen grölten und damit Volksverhetzung verübten. Eine Zeugin, die das mit ihrer Familie erlebte, informierte die Polizei um 21.05 Uhr.

Einer der Jugendlichen habe beim Singen ein Wahlplakat der Partei AfD hochgehalten und auf eine Person aus der Familie der Zeugin gezeigt. Als die Polizei anrückte, waren die Jugendlichen allerdings weg. Im Strafverfahren wegen des Verdachts der Volksverhetzung suchen die Ermittler nun weitere Zeugen, die sich auch telefonisch unter (05371) 9800 bei der Polizei Gifhorn melden können.

Zwei Gruppen in Meine grölen in Anwesenheit der Polizei

Noch dreister gebärdeten sich laut Polizei Schützenfestgäste in Meine. Dort waren es Polizisten, die am frühen Samstagmorgen unmittelbar Zeugen der „Ausländer raus“-Gesänge wurden. Die Beamten der Polizei Meine befanden sich gegen 2.30 Uhr in der Zellbergstraße gegenüber dem Schützenplatz. Eine Personengruppe habe im Schutz des Getümmels unvermittelt die Parole „Ausländer raus“ mit der Melodie von „L‘Amour toujours“ gesungen, eine zweite Personengruppe habe in die Gesänge eingestimmt, immer a cappella, also ohne dass das originale Musikstück überhaupt zu hören gewesen wäre.

Die Polizisten stoppten die Provokation sofort. „Die Gesänge endeten damit“, berichtet die Polizei. Die Beamten leiteten gegen neun Personen im Alter von 16 bis 44 Jahren Strafverfahren wegen des Verdachts der Volksverhetzung ein. Die weiteren Ermittlungen übernimmt das Fachkommissariat für Staatsschutz.

Ihr Newsletter für Gifhorn & Region

Kostenlosen Newsletter bestellen und täglich das Neueste aus der Region im Postfach lesen.

Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.

Die Veranstalter beider Schützenfeste hatten klargestellt, dass im Musikprogramm das umstrittene Lied des italienischen Musikers Gigi D‘Agostino nicht gespielt werde, um keinen Anlass für Nazi-Parolen zu der Melodie zu bieten. Die Debatte um diese Volksverhetzung als Pop-Kultur hatte sich nach einem Video aus der Sylter Pony-Bar und lokalen Vorfällen im Kreis Gifhorn verschärft.

Mehr wichtige Nachrichten aus dem Landkreis Gifhorn lesen:

Täglich wissen, was in Gifhorn passiert: