Uelzen. In der dritten Etage ist am Donnerstagabend das Feuer ausgebrochen, das auf mehrere Patientenzimmer übergriff. 140 Rettungskräfte waren im Einsatz.

Nach dem verheerenden Feuer in einer Klinik in der niedersächsischen Stadt Uelzen ist ein weiterer Mensch ums Leben gekommen. Die Zahl der Todesopfer erhöhte sich damit auf fünf. Der Patient sei nach dem Brand zunächst in ein anderes Krankenhaus gebracht worden und dort dann am Freitagnachmittag an seinen lebensgefährlichen Verletzungen gestorben, sagte ein Sprecher der Polizeiinspektion Lüneburg am Freitagabend.

Vier Tote und viele Verletzte nach Brand in Krankenhaus in Uelzen

Nach dem Brand in einem Krankenhaus in der niedersächsischen Stadt Uelzen am späten Donnerstagabend hat sich die Zahl der Toten auf vier erhöht. Dies teilte ein Polizeisprecher am Freitag mit. Drei Menschen seien vor Ort ums Leben gekommen, ein weiterer Mensch sei in ein anderes Krankenhaus gebracht worden und dort gestorben. Bei den vier Toten handele es sich um Patienten – zu deren Geschlecht wollte der Sprecher keine Angaben machen. Wie viele Menschen insgesamt bei dem Feuer verletzt wurden, war zunächst unklar. Es gebe eine zweistellige Zahl an Verletzten, sagte der Polizeisprecher.

Krankenhaus-Brand Uelzen: Rauchvergiftungen und Brandwunden

Das Feuer war im dritten Stock der Klinik ausgebrochen, es griff auf mehrere Patientenzimmer über. Zahlreiche Menschen wurden aus dem Krankenhaus gerettet, einige über Leitern. Etwa 140 Rettungskräfte waren im Einsatz, wie ein Sprecher der Feuerwehr in der Nacht zum Freitag sagte. Demnach erlitten die Verletzten Rauchvergiftungen und Brandwunden. Das Feuer sei gelöscht worden.

Ein Mensch ist bei dem Feuer in Uelzen ums Leben gekommen, 22 weitere Personen wurden verletzt, sechs von ihnen schwer.
Ein Mensch ist bei dem Feuer in Uelzen ums Leben gekommen, 22 weitere Personen wurden verletzt, sechs von ihnen schwer. © DPA Images | Philipp Schulze

Die Klinikgesellschaft teilte ihre tiefe Bestürzung über den folgenschweren Brand mit. „Unser Mitgefühl und unsere Gedanken sind bei den Angehörigen der Verstorbenen und bei den verletzten Patienten“, hieß es.

140 Rettungskräfte waren am Donnerstag in Uelzen im Einsatz

Nach ersten Schätzungen könnte der Gesamtschaden bei mehr als einer Million Euro liegen, wie die Polizei mitteilte. Die Ursache des Feuers war zunächst unklar. Die Polizei suchte am Brandort nach Spuren. „Wir ermitteln erstmal in alle Richtungen“, sagte der Polizeisprecher.

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Das Krankenhaus teilte mit, wegen des Brandes im Helios Klinikum Uelzen könnten bis einschließlich Freitag, 12. Januar 2024, keine Patienten aufgenommen werden. „Wir werden betroffene Patienten informieren und – soweit möglich – Ausweichtermine besprechen“, hieß es. Auch in der Notaufnahme könne derzeit niemand behandelt werden. „Wir bitten darum, auf andere Krankenhäuser auszuweichen.“

Patientenschützer fordern Sprinkler

Patientenschützer haben sich nach dem Brand für Sprinkleranlagen in Kliniken ausgesprochen. Selbstständige Löschanlagen müssten in jedem Patienten- und Personalzimmer gesetzlich vorgeschrieben werden, forderte der Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, am Freitag. Brände in Krankenhäusern hätten in den vergangenen fünf Jahren um 130 Prozent zugenommen, die Regelungen des vorbeugenden Brandschutzes in den rund 1900 Kliniken in Deutschland stießen an Grenzen. Nach dem Brand in Uelzen am späten Donnerstagabend stieg die Zahl der Toten auf vier.

Brysch betonte, Sprinkleranlagen reagierten auf Wärme oder Rauch und bekämpften Entstehungsbrände sowie unkontrollierte Rauchentwicklung frühzeitig: „Schließlich können sich die meisten Patienten nicht selbst retten. Auch riechen schlafende Menschen den Brandrauch nicht.“ Die Anlagen schützten sowohl Hilfsbedürftige als auch Mitarbeiter und könnten Sachschäden deutlich begrenzen. Er kritisierte: „Sogar Möbelhäuser und Lagerhallen verfügen hierzulande über einen besseren Brandschutzstandard als Krankenhäuser.“