Ärztemangel

Niedersachsen: Weniger Bewerber für Landarzt-Studium als erwartet

Dem Ärztemangel entgegenwirken soll eine Landarztquote in Niedersachsen. (Symbolfoto)

Dem Ärztemangel entgegenwirken soll eine Landarztquote in Niedersachsen. (Symbolfoto)

Foto: Patrick Pleul / DPA Images

Hannover  Wer sich verpflichtet, später Hausarzt auf dem Land zu sein, soll leichter Medizin studieren können. Es gibt allerdings weniger Bewerber als erwartet.

Das Interesse an den neuen Medizinstudienplätzen für potenzielle Landärztinnen und Landärzte in Niedersachsen bleibt deutlich hinter den Erwartungen zurück. Im Gesetzentwurf von 2021 hatten SPD und CDU mit 600 Bewerbungen pro Jahr gerechnet - tatsächlich gingen für den ersten Jahrgang allerdings nur 299 ein, wie das Gesundheitsministerium auf Anfrage mitteilte. Wie geplant erhielten 60 Bewerberinnen und Bewerber einen Zulassungsbescheid für das kommende Semester, das im Oktober beginnt. Wie viele davon sich tatsächlich immatrikuliert haben, lasse sich noch nicht sagen.

Medizinstudierende verpflichten sich, in Niedersachsen als Hausarzt zu arbeiten

Die Landarztquote soll dem wachsenden Ärztemangel entgegenwirken. Dafür wird jungen Menschen der Zugang zum Medizinstudium erleichtert, wenn sie sich im Gegenzug dazu verpflichten, nach Abschluss des Studiums und der Weiterbildung zehn Jahre lang als Hausärztin oder Hausarzt in einer Region mit zu wenigen Ärzten zu arbeiten. Machen sie später einen Rückzieher, droht ihnen eine gesetzlich festgelegte Vertragsstrafe von bis zu 250.000 Euro.

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Von den 60 zu vergebenen Studienplätzen entfallen 15 Plätze je Winter- und Sommersemester auf Göttingen sowie nur zum Wintersemester 18 Plätze auf Hannover und 12 Plätze auf Oldenburg. Die Bewerber konnten angeben, welchen Standort sie bevorzugen. Als Wunschort mit der höchsten Priorität am häufigsten genannt wurde dem Ministerium zufolge Hannover (29 Mal), gefolgt von Oldenburg (21). Ein Studium in Göttingen favorisierten lediglich vier Bewerber.

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