Hannover. Binnen zehn Jahren ist die Zahl verschuldeter Haushalte in Niedersachsen angestiegen. Schulden für Ausbildungen sind etwa gestiegen.

Die Zahl verschuldeter Haushalte in Niedersachsen ist in den vergangenen zehn Jahren angestiegen, wobei auch die Schuldenlast zugenommen hat. Wie eine Haushaltsbefragung des Landesamtes für Statistik ergeben hat, sind für die angestiegene Verschuldung höhere Hypotheken zum Haus- und Wohnungskauf verantwortlich, aber auch die stark gestiegene Zahl der Menschen, die einen Ausbildungskredit zurückbezahlen müssen. Die Höhe der Konsumentenkredite, die Menschen etwa nach dem Kauf von Auto oder Wohnungseinrichtung zurückzahlen mussten, stieg zwischen 2008 und 2018 kaum an.

Eine Million Haushalte müssen Hypotheken abbezahlen

Unverändert gut die Hälfte aller niedersächsischen Haushalte verfügt über eine eigene Wohnung oder ein eigenes Haus, wie die Befragung ergab. Der durchschnittliche Immobilienwert wurde 2018 mit 243 700 Euro angegeben. Gut eine Million Haushalte und damit 75 000 weniger als vor zehn Jahren hatten noch Hypothekenschulden abzubezahlen, der Mittelwert stieg um neun Prozent auf 76 000 Euro.

Ausbildungsschulden steigen

Die Zahl der Haushalte mit Ausbildungsschulden verdoppelte sich auf 274 000. Im Mittel betrug die Schuldenlast nach einer Ausbildung 7400 Euro, das waren 32 Prozent mehr als 2008. Die Zahl der Haushalte mit einem Konsumentenkredit legte binnen zehn Jahren um 116 000 auf 905 000 zu. Im Mittel stieg die Schuldenlast um 200 auf 6000 Euro.

Wenig Sparguthaben

Auch das Vermögen der Niedersachsen war Thema der Befragung. Durchschnittlich 54 500 Euro hatten die Haushalte 2018 auf der hohen Kante. 45 Prozent der Haushalte hatten ein Vermögen zwischen 10 000 und 100 000 Euro. Nur ein Prozent der Haushalte hatte mehr als 500 000 Euro an Vermögen. Dagegen verfügte die Hälfte der Haushalte über nicht mehr als 18 000 Euro in Form von Sparguthaben, Tagesgeld und Versicherungen. Ein Viertel der Haushalte hatte nicht mehr als 2500 Euro zur Seite gelegt. Paare ohne Kinder wiesen die höchsten, Alleinerziehende die niedrigsten Vermögen auf.

Einbußen bei jungen Menschen und Rentnern

Fast alle Haushaltstypen konnten in den vergangenen zehn Jahren ihr Vermögen steigern, so die Statistik. Einbußen gab es bei jungen Menschen unter 25 Jahren, möglicherweise wegen gestiegener kostenpflichtiger Ausbildungen sowie bei älteren Leuten über 70 Jahren. Als Grund vermutet das Statistikamt geringere Renten und Kosten für eine altersgerechte Betreuung und Unterkunft.