„Wie üblich wurde der Sommer ausgesessen, wie gewohnt wurden die Warnungen der Wissenschaft in den Wind geschlagen.“

Und täglich grüßt das Murmeltier – nur dass es bei Covid-19 nicht um eine US-Filmkomödie geht. Sondern um eine Tragödie mit meist wenig glamourösen Hauptdarstellern. Angesichts der Toten und der Erkrankten, der schweren wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Schäden mutet es wie ein schlechter Scherz an, dass wie 2020 wieder einmal die Spitzen der niedersächsischen Landesregierung vor die Öffentlichkeit traten, um die Bevölkerung auf einen schweren Winter einzustimmen.

Immerhin das Beschwören eines hoffentlich schönen Weihnachtsfestes sparte man sich diesmal weitgehend – vielleicht mit Blick auf die Schwierigkeit, wenigstens ein paar Weihnachtsmärkte einigermaßen pandemiefest auf die Beine zu stellen.

Es bleibt dabei: Covid-19 ist weit schneller und schlauer, das ebenso privilegierte wie überregulierte Deutschland aber stolpert der Pandemie überfordert und handlungsschwach hinterher. Wie üblich wurde der Sommer ausgesessen, wie gewohnt wurden die Warnungen der Wissenschaft in den Wind geschlagen. Beim Impfen ging mit dem Umstellen von Impfzentren auf Ärzte plus Impfteams wertvolle Zeit verloren, Impfgegner besorgen zuverlässig den Rest.

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Bei den Regeln war viel zu lange viel zu vieles möglich. Kontrollen? Meist Fehlanzeige. Statt 3G regierte oft Null G. Nun herrscht wieder Katzenjammer. Denn der Effekt wird – nicht nur in Niedersachsen – auf den Intensivstationen zu besichtigen sein. Wer glaubt, dass sich das Durchwursteln ändert, träumt. Impf-Bazooka und Konsequenz sind nicht zu erwarten. Corona ist gekommen, um zu bleiben – mit besten Chancen auf einen Sieg.