„Umwelthilfe-Chef Resch wird als Heuchler entlarvt“

Jürgen Resch, der Bundesgeschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe (DUH), steht vor dem Verwaltungsgericht in Berlin.

Jürgen Resch, der Bundesgeschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe (DUH), steht vor dem Verwaltungsgericht in Berlin.

Foto: Jens Büttner / dpa

Zu „Die Regierung im im Würgegriff der Autobauer“ vom 15. November:

Das Interview mit Herrn Resch war sicherlich gut geführt, entlarvt es doch Herrn Resch als Heuchler. Es wird an vielen Stellen deutlich, dass es ihm primär auf den Kampf gegen die deutsche Autoindustrie im Allgemeinen und VW im Besonderen ankommt. Wie sonst sollte man die polemische Reaktion auf die Ankündigung der Ziele hinsichtlich der E-Mobilität durch den VW-Vorstandsvorsitzenden begreifen? Tatsächlich hat aktuell außer Tesla kein Hersteller mehr E-Fahrzeuge im Angebot, auch wenn Herr Resch anderes glauben machen möchte. Auch der Einsatz für Fahrverbote dient weniger der Umwelt als es Bürger beeinträchtigt; die einen, weil sie Umwege in Kauf nehmen müssen, die anderen als Anwohner der Ausweichstrecken. Die Umwelt verliert dabei doppelt: durch längere Fahrten aufgrund besagter Umwege und durch verändertes Käuferverhalten hin zu mehr Fahrzeugen mit Otto-Motoren und deutlich höheren CO2-Emissionen. Im Übrigen ist es höchst fragwürdig, wie diese Fahrverbote aufgrund weniger punktueller Messungen ohne plausible Ursachenforschung ausgesprochen werden. Hat sich schon mal jemand gefragt, wieso eine vergleichsweise kleine Stadt wie Kiel am Meer mit viel frischer Luft aber einem Seehafen bezüglich Stickoxidbelastung im Fokus steht, während wesentlich größere Städte wie Leipzig oder Nürnberg eher unauffällig sind? Wenn man dann noch erfährt, das die Deutsche Umwelthilfe (DUH) von Toyota gesponsert wird, lässt das tief blicken. Umweltschutz ist eine zu wichtige Angelegenheit, als dass sie als Feigenblatt zum Verdecken von Machenschaften wie denen des Herrn Resch zum Erreichen anderer Ziele missbraucht werden sollte. Bleibt zu hoffen, dass möglichst viele Leser dies auch erkennen.

Dr. Hartmut Grubel, Schwülper

Politik knebelt die Autoindustrie

Auch zu diesem Artikel:

„Die Regierung im Würgegriff der Autobauer“ – genau anders herum wäre die Überschrift etwa richtig. Aus der Politik heraus werden willkürlich und wissenschaftlich nicht unterfütterte Maßstäbe und Grenzwerte gesetzt, die die Autoindustrie knebeln. Es wird dazu Lektüre in der Wochenzeitung „Die Zeit“ (Nr. 46/2018 einschließlich Magazin) empfohlen. Genau wie mein Bäcker, mein Schlachter und mein Lebensmittelhändler darauf achten, dass ich ihnen als Kunde erhalten bleibe, möchte doch jeder Fabrikant, auch die Autobauer, dass ich dort abermals kaufe, wenn ich Bedarf habe. Keiner ist daran interessiert, mich umzubringen, weil ich als Käufer dann nicht mehr in Erscheinung treten würde.

Friedrich Steinert, Lehre

Verbraucher werden überall betrogen

Zum Leserbrief „Konsequenzen aus Diesel-Skandal ziehen“ vom 12. November:

Betrug ist Betrug und bleibt Betrug! Aber diese Aufregung in der Dieselsache ist nun langsam etwas überspitzt. Jeden Tag werden Verbraucher an den Kassen der Geschäfte „betrogen“ und nehmen es klaglos hin! Waschmittel- und Kosmetikkonzerne, die mit falschen Versprechungen und Füllstoffen in ihren Waren mehr versprechen, was ist damit? Oder Mogelpackungen, die mehr versprechen, aber bei gleichem Preis weniger Inhalt haben! Was ist mit den Versprechungen der Pharmaindustrie, viele unwirksame (rezeptfreie!) Medikamente und Tees! Es gäbe noch viel mehr Sachen, Motoröl, welches Sprit spart, Energiespargeräte, die mehr Strom verbrauchen usw. Welcher Schaden wem entstanden ist, muss jeder für sich entscheiden. Wenn mir ein Produkt aus einer Mogelpackung schmeckt, gebe ich eben mehr aus. Genauso ist es bei meinem Diesel: Wenn ich mit ihm zufrieden bin, kauf ich mir wieder einen. Es gibt auch Leute, die klagen, aber die nächste Kreuzfahrt ist schon gebucht! Übrigens, das Herstellen einer Autobatterie für E-Autos setzt genauso viel CO2 frei wie ein Diesel bei einer Laufleistung von 150.000 bis 200.000 Kilometern – jedenfalls solange der Strom aus nicht 100 Prozent erneuerbarer Energie kommt.

Alfred Schubert, Braunschweig

Werte-Unterricht darf keine Zusatzbelastung sein

Zu „Für Werte ist kein Platz im Lehrplan“ vom 10. November:

Lehrkräfte müssen seit Jahren immer mehr Aufgaben übernehmen, die quasi „nebenbei“ geleistet werden sollen, das gilt auch für eine Vermittlung von menschlichen und gesellschaftlichen Werten. Dass Fächer wie Religion und Werte und Normen gekürzt oder gar ganz gestrichen werden, ist sehr bedauerlich, denn gerade hier kann menschliches Miteinander besonders gut thematisiert werden. Leistung spielt in diesen Fächern eine untergeordnete Rolle. Angesichts eines fortschreitenden Werteverfalls in der Gesellschaft wäre es umso wichtiger, diesem Thema in der Schule deutlich mehr Raum zu geben. Aber bitte nicht wieder als Zusatzbelastung für die Lehrkräfte! Wenn hier die Unterstützung fehlt, dürfen wir uns nicht wundern, wenn Schule das nicht leisten kann.

Carola Frantz, Braunschweig

Werte-Erziehung ist eine Riesenchance

Ebenfalls dazu:

Gerade die Schule ist der entscheidende Ort, an dem die jungen Menschen die Werte zum gemeinsamen Zusammenleben erfahren könnten! Hier wird eine Riesenchance verpasst, unsere Gesellschaft für die Zukunft friedlich und tolerant zu gestalten! Der Lehrplan muss dem natürlich angepasst bzw. umstrukturiert werden, damit dieses „Lernfach fürs Leben“ keine reine Theorieveranstaltung ist! Denn die Schüler müssen die Möglichkeit haben, auf Defizite im Umgang mit anderen Menschen hingewiesen zu werden, um eine Selbstreflexion durchführen zu können. Das setzt natürlich voraus, dass ein einheitlicher Wertekonsens bundesweit festgelegt wird, damit hier nicht unterschiedliche Auslegungen die gute Absicht torpedieren.

Jochen Eckolt, Braunschweig

Religionsunterricht durch „Werte und Normen“ ersetzen

Zu demselben Thema und zur „Zahl des Tages“ vom 13. November :

Donnerwetter, das sind nicht mehr viele. Nur noch 24 Prozent der jungen Erwachsenen glauben an Gott. Und für diese Minderheit wird an den Schulen Religionsunterricht erteilt!? Diese Zahl sollte endlich zum Anlass genommen werden, die Unterrichtung von Religion dorthin zu verlagern, wo sie hingehört: in die Kirchen. Dann könnte das Fach Werte und Normen in allen Jahrgängen angeboten werden, an dem alle SchülerInnen gemeinsam teilnähmen. Sie würden erfahren, dass es in Deutschland – egal, welcher Kultur, Religion oder Abstammung sie angehören – einen Wertekanon gibt, dem alle verpflichtet sind und dass sie alle einer Wertegemeinschaft angehören. Dann müsste man auch nicht mehr bedauern, dass für Werte kein Platz im Lehrplan ist.

Wolfram Buchwald, Gifhorn

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