Braunschweig. Unsere Kolumnistin berichtet über Sparfüchse, Schnäppchenjäger und die grauen Zellen, die bei 50 Prozent Rabatt Pogo tanzen

Neulich schneit dieser Katalog ins Haus: „Die moderne Hausfrau“. Da geht die innere Feministin natürlich sofort steil und postuliert: Hallo-o! Die moderne Hausfrau ist ja wohl ein Mann! Schon gibt’s Mecker vom jüngsten Spross: „Hallo-o-o! Heute heißt das übrigens Hausperson!“ Ach so!

Aber so schnell lege ich „Die moderne Hausfrau“ trotzdem nicht ad acta. Denn ein schwungvoll dahingekritzelter Appell auf dem Katalogcover bringt mein Blut erneut in Wallung (vielleicht sollte ich morgens aber auch generell weniger Kaffee trinken). „Gleich reinblättern und so richtig sparen!“, steht da. Ein ziemlich schräges Versprechen. Erstens: Allein durchs Blättern spare ich rein gar nichts. Sollte aber ein Angebot mein Interesse finden, und ich würde tatsächlich etwas bestellen, was ich nicht täte, wenn ich nicht im Katalog geblättert hätte, spare ich auch nichts, sondern werde stattdessen zur Kasse gebeten.

Wussten Sie übrigens, dass bei der Schnäppchenjagd angeblich dieselben Hirnareale angesprochen werden wie beim Drogenkonsum? Egal ob du das einmalige Supersonderangebot gebrauchen kannst oder nicht, bei 50 Prozent Rabatt tanzen unsere kleinen grauen Zellen Pogo. Aus diesem Grund lagern nämlich auch ganz hinten in Millionen von Küchenschränken ­elektrische Eierkocher, Popcorn-, Crêpe-Maker, Brot- oder Zuckerwatte-Maschinen zum Teil noch in Originalverpackung und höchstens zweimal benutzt.