Braunschweig. Unsere Kolumnistin berichtet über häusliche Dramen rund um das Thema Mundhygiene.

Den Dauerdramabrenner „Irrungen und Wirrungen am Waschtisch“ konnte ich jetzt fortschreiben. Ob es das Schlusskapitel werden wird? Abwarten.

Sind die Jungs zu Besuch, sind sie ein Herz-und-eine-Seele-Gespann. Nur beim Thema Zahnbürsten ist Zoff vorprogrammiert. Da kannst du jedem eine frische Zahnbürste in die Hand gedrückt haben, die sich sowohl farblich als auch vom Bürstenkopf her unübersehbar von der anderen unterscheidet. Spätestens am Morgen nach der ersten Nacht haben die beiden vergessen, welche wem gehörte. Nächtens müssen sich gewisse Areale ihrer Hirne in Bergwerke verwandeln, in denen jedwede Zahnbürstenmerkfähigkeit weggemeißelt wird. Morgens jedenfalls: Zeter und Mordio im Badezimmer. Ich frage mich manchmal, wie sie es als kleine Jungs, als der eine kaum über den Beckenrand lugen konnte, hinbekommen haben, die Bürsten auseinander zu halten. Wahrscheinlich gar nicht. Wahrscheinlich besuchten sich Karius und Baktus oft gegenseitig. Das Bürstenverwechslungsspiel hat die Jungs damals nur nicht gestört.

Weil mich nun aber dieser ewige Zank störte und ich zudem nicht mehr gewillt war, einen Vorrat von 40 Zahnbürsten vorzuhalten, schenkte ich zu Weihnachten Zahnputzbecher. Mit Namen. „Dein Ernst?“, sagte der eine. Der andere guckte so: Aus dem Alter sind wir ja wohl raus. Ich lächelte nur und verkniff mir zu sagen: „Mein voller Ernst!“