Wolfsburg. Die Kolumnistin des Wolfsburger Phaeno über dickes Fell, gute Schauspieler und fiese Stinker, die ihre Angreifer gekonnt austricksen.

Wenn der indische Mungo gegen eine Kobra kämpft, dann ist man sich nicht so sicher, wer hier Jäger und Gejagter ist. Der Mungo ist ein Raubtier, das entfernt an einen Marder oder einen Fuchs erinnert.

Die Kämpfe sind unglaublich. Eigentlich würde jeder sofort auf die Kobra mit ihrem starken Gift tippen, die hier als Siegerin hervorgehen muss. Die Kobra droht aufrecht dem Mungo, dieser stellt sich jedoch dem Kampf und beißt blitzschnell zu. Wenn die Schlange ihn eher erwischen sollte und doch einmal zubeißt, dann schützt ihn sein dichtes Fell. Eine kleine Menge Gift kann er sogar tolerieren. Meistens gewinnt bei diesen Kämpfen also der Mungo und nicht die Schlange.

Es gibt noch viele weitere Tricks, die die vermeintlich schwächeren Tiere auf Lager haben. Ganz besonders lustig finde ich das Schauspiel, das das Nordopossum vor dem Tod rettet. Eine Beutelratte, die in Nordamerika lebt. Wenn es gejagt wird, stellt es sich einfach Tod und verströmt einen widerlichen Gestank. Die Jäger wie Füchse oder Greifvögel, die auf frisches Fleisch aus sind, lassen dann angewidert von ihm ab.

Bei uns hat die Wacholderdrossel viele Tricks gegen Greifvögel auf Lager. Sie lebt oft mit vielen anderen Wacholderdrosseln zusammen, die zusammen Sturzflüge auf den Eindringling fliegen. Kommt der Greifvogel, dann doch zu nahe, dann geben die Drosseln so viel Kot ab, dass der Feind entweder verschwindet oder sogar kurzzeitig nicht mehr fliegen kann. Welchen Trick findest du am besten?