Unsere Kolumnistin beleuchtet die Probleme der Paar-Kommunikation. Schillernde Beispiele sind Berta, Hermann, Dalida und Alain Delon.

Das Heizungsgesetz ist in Kraft, der CO2-Preis gestiegen, der Besitz von Cannabis mit Einschränkungen straffrei. Ach, und Plastikpfand ist jetzt auch für Milch und Kakao fällig. „Das ändert sich im neuen Jahr“ gehört zu den Schlagzeilen mit traditionell hoher Einschaltquote. Dabei ist auch nicht ohne Belang, was sich eben NICHT ändert. So ist SIE am frühen Morgen zum Beispiel auch 2024 super drauf und super gesprächig, während ER mit Mühe aus den Federn kriecht und eine Art Schweigegelübde bar jeglicher religiöser Hintergründe abgelegt zu haben scheint. Typisch Morgenmuffel! Nun gibt es aber auch jene, bei denen sich die Kommunikationsverweigerung tagsüber fortsetzt, was wiederum Madame dazu verleitet, SEINEN Part der Paarkonversation gleich mitzuübernehmen. Zur Veranschaulichung empfiehlt sich der unübertroffene Zeichentrick-Sketch „Feierabend“ von Altmeister Loriot. Neulich kam mir übrigens ein anderes Meisterwerk zu Ohren, das Dalida und Alain Delon nur wenige Jahre vor Herrmanns und Bertas einseitigem Schlagabtausch zu Gehör brachten. In ihrem Duett „Paroles, Paroles“ (einer Coverversion des italienischen Hits „Palavra Palavra“) drehte die französische Sängerin Dalida den Spieß um und bekniete Frauenschwarm Delon, endlich mal die Klappe zu halten.

Sie sehen schon, meine Herren: Wie man’s macht, ist es verkehrt. Und wie immer gilt in der an sich zum Scheitern verurteilten Paarbeziehung von Mann und Frau: Sie müssen sich schon sehr lieben, um sich zu lieben.