Braunschweig. Birte Reboll und ihre Tochter verwechseln ihre Kleidung.

Ich habe ein rosa Stofftaschentuch, das beinahe 40 Jahre alt ist. Stofftaschentücher sind ja bei den meisten Menschen aus der Mode gekommen, aber meins behalte ich. Meine Oma hat es mir, als ich ein Kind war, geschenkt und meine Initialen in eine Ecke gestickt. BP. Birte Probst. Am Wochenende habe ich an mein besticktes Taschentuch gedacht, weil meine zwölfjährige Tochter von oben herunterrief: „Mama, ist das deine Hose hier auf der Badewanne oder meine?“ So weit sind wir schon. Gerade steckte meine Tochter noch in den Windeln (sie darf nie erfahren, dass ich das hier schreibe). Und nun ist sie so groß, dass sie nicht einmal mehr weiß, wem welche Hose gehört. Eigentlich ein Lob, denn unser Geschmack ähnelt sich. Bevor es aber dennoch irgendwann zu einem Streit kommen sollte, sorge ich lieber vor. Soll ich meine Oma bitten, wieder Initialen zu sticken? Oder gar selbst zur Sticknadel greifen? Ach, es gibt sicher Klebchen für die Kleidung, die kinderleicht zu befestigen sind. Aber den Charme von selbstgestickten Initialen haben die Kleider-Klebchen irgendwie nicht. Vielleicht lege ich mir einfach einen anderen Kleidungsstil zu. Gediegener. Ich bin schließlich keine zwölf mehr.