Apropos schenken: Die Autorin des Wolfsburger Phaeno schreibt diesmal über Bescherungen im Tierreich.

Gerade ist Weihnachten vorbei, und es sind viele Geschenke in den Familien und unter Freunden ausgetauscht worden. Tiere überreichen sich auch Geschenke. Meistens handelt es sich dabei aber um sogenannte Brautgeschenke. Ein männliches Tier wirbt damit um die Gunst eines Weibchens.

Auch bei heimischen Tieren kommt dieses Verhalten vor. Der Eisvogel ist in seiner Farbenpracht nicht nur wunderschön anzusehen, sondern das Männchen ist auch sehr galant. Es bringt beim ersten Kennenlernen der Angebeteten schon mal ein paar Fische mit, die er natürlich frisch gefangen hat.

Weniger schöne Geschenke macht dagegen der Raubwürger – ein Vogel mit auffälliger schwarzer Maske. Doch der Damenwelt scheint es zumindest bei den Raubwürgern zu gefallen. Es ist für den Raubwürger ganz normal, eine Vorratskammer anzulegen, die er mit Insekten und Mäusen ausstattet. Diese Tiere spießt er auf Dornen auf. Zur Brautwerbung legt er eine extra schöne Vorratskammer an. An der ungewöhnlichen Brautwerbung liegt es also nicht, dass der Vogel in Deutschland sehr selten geworden ist. Eher am Rückgang der Insekten und dem Mangel an geeigneten Lebensräumen.

Die Listspinne bringt sogar ein Paket zur Brautwerbung mit. Das Männchen überreicht dem Weibchen ein eingesponnenes Insekt. Manche Männchen versuchen dieses nach erfolgreicher Paarung sogar wieder mitzunehmen. Was für eine Dreistigkeit!

Das würde dem Turmfalken wohl nicht einfallen. Er übergibt dem Weibchen als Brautgeschenk eine Maus und füttert es auch, während es brütet.