Harz. Eine Schurkin aus dem Bibi-Blocksberg-Universum könnte eine Osteroderin sein. Welche anderen Bezüge zum Mittelgebirge die Hörspiele bieten.

Wer kennt sie nicht? Die kleine Hexe Bibi Blocksberg aus den Hörspielen von Elfie Donnelly, die bei Kiddnix erscheinen? Dass der Nachname Blocksberg auf den Brocken anspielt, dürften viele wissen. Bibi wohnt mit ihrer Familie zwar wie der sprechende Elefant Benjamin Blümchen und die rasende Reporterin Karla Kolumna im fiktiven Ort Neustadt, aber in den Geschichten finden sich weitere Parallelen zum Harz - kein Wunder, Harz und Hexen gehören ja auch irgendwie zusammen, so groß wie hier die Walpurgisnacht gefeiert wird. Aber hätten Sie zum Beispiel gewusst, dass eine Schurkin aus dem Bibi-Blocksberg-Universum eine Osteroderin sein könnte?

Aktivieren Sie in der Karte nur die Ebene „Auf den Spuren der Hexen im Harz“, um zu sehen, wo im Harz Hexen Spuren hinterlassen haben. Aber bevor Sie einen der Orte anfahren, sollten Sie die anderen Ebenen auch wieder aktivieren, damit Sie siehen, welche anderen Highlights Sie vor Ort erwarten.

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Bibis Nachname Blocksberg - Ist damit der Brocken im Harz gemeint?

Blocksberg ist eine alte Bezeichnung für den Brocken, mit 1141 Metern Höhe der höchste Berg im Harz und in ganz Norddeutschland, aber auch für andere Erhebungen in Europa. In mehreren Folgen besucht Bibi den Blocksberg anlässlich verschiedener Hexenfeste, zum Beispiel in Folge 18 „Auf dem Hexenberg“ - darin sprechen die Figuren allerdings noch nicht vom Blocksberg, sondern vom Hexenkogel beziehungsweise Hexenberg. Das ändert sich: In Folge 109 „Der Hexenball“ findet das jährliche Event auf dem Blocksberg statt. Übrigens spielen sich nicht alle Zusammenkünfte der Hexen am selben Ort ab: In Folge 104 „Mami in Not“ trifft man sich zum Hexenkongress auf einer Insel.

Auch im 2002 erschienen Kinofilm finden wichtige Szenen auf dem Blocksberg statt, zum Beispiel die Verleihung der Hexenkugel. Drehort war allerdings nicht der Harz. Wie aus dem Buch zum Film vom Schneider Verlag hervorgeht, baute man stattdessen drei Monate lang eine entsprechende Kulisse aus Holz, Styropor und Wandfarbe im Studio 12 der Bavaria Filmstudios in München. Für eine Szene schminkten zehn Maskenbildner rund 100 Komparsen als junge und alte Hexen - da ist es doch ganz gut, dass die nicht alle mit Autos durch den Nationalpark Harz auf den Brocken gekarrt worden sind, oder?

Blocksberg ist übrigens gar nicht der Familienname von Bibis Hexenmutter Barbara, sondern von ihrem Vater Bernhard, der nicht hexen kann. In der Folge „Unverhofftes Wiedersehen“ erfährt man nämlich, dass dessen Schwester Luisa Blocksberg heißt. Deswegen ist davon auszugehen, dass Barbara bei der Hochzeit den Namen ihres Ehemannes angenommen hat. Allerdings grüßt Barbaras Cousine Cecily Thunderstorm in Folge 8 „Die Schlossgespenster“ mit einem „Dreifach Blocksberg Hoch“. Der Blocksberg findet außerdem auch in anderen Hexengeschichten Erwähnung: zum Beispiel im Roman „Die kleine Hexe“ von Ottfried Preußler aus dem Jahr 1957. Darin wünscht sich die kleine Hexe nichts sehnlicher, als gemeinsam mit den großen Hexen auf dem Blocksberg ums Walpurgisfeuer zu fliegen.

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Die Oberhexe Walpurgia Besenstiehl und die Walpurgisnächte im Harz

Walpurgia ist Vorsitzende im Hexenverband und Direktorin des Hexeninternats. Ihr Name spielt natürlich auf die Walpurgisnacht vom 30. April auf den 1. Mai an, die früher als ein Hexensabbat galt, an dem sich Hexen mit dem Teufel vergnügten. Die Walpurgisnacht wird im Harz jedes Jahr groß gefeiert, zum Beispiel auf dem Hexentanzplatz in Thale mit Live-Musik, Lasershow und Höhenfeuerwerk. Es gibt aber auch andere Orte im Harz, die Hexentanzplatz genannt werden: zum Beispiel der Brocken und der Ellricher Blick bei Walkenried, wo sich übrigens die Stempelstelle 167 der Harzer Wandernadel befindet. Man spricht von der Walpurgisnacht, weil an einem 1. Mai die Heiligsprechung der Walburga erfolgt sein soll. Sie war eine Äbtissin und gilt zum Beispiel als Schutzpatronin gegen Krankheiten und Hungersnöte. Der Begriff Walpurgisnacht soll durch Goethes Faust popularisiert worden sein.

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Rabia von Katzenstein - eine Osteroderin?

Wer hätte gedacht, dass eine Schurkin aus dem Bibi-Blocksberg-Universum Verbindungen zum Osteroder Stadtteil Katzenstein hat? Die böse Hexe aus den Kinofilmen „Bibi Blocksberg“ (2002) und „Bibi Blocksberg und das Geheimnis der blauen Eulen“ (2004) heißt Rabia von Katzenstein. Ihr Zuhause im Film ist das Schloss Katzenstein. Das liegt allerdings nicht am Harzrand. Als Drehort nutzte man Schloss Egg im bayrischen Landkreis Deggendorf und Burg Trausnitz bei Landshut.

Wie man aus dem im Schneider Verlag erschienen Buch zum Kinofilm erfährt, diente Schloss Egg mit den hohen spitzen Türmen zum Beispiel für die Nachtaufnahmen. Um die Silhouette besonders herausstechen zu lassen, sei Schloss Egg von hinten mit starten Scheinwerfern angestrahlt worden. Weitere Motive seien die Zugbrücke, das Eisentor, die Fensterfront, die Dachzinnen und der Burggraben gewesen. In der Burg Trausnitz richtete das Filmteam im Rittersaal mit den Spitzbögen unter der Decke Rabias Hexenküche und ihren Ankleideraum ein.

Was meinen Sie? Hätte man in und rund um Katzenstein am Harz eine ähnlich beeindruckende Kulisse gefunden?

Manias Rabe Abraxas und seine Verbindung nach Braunlage

Abraxas heißt der Rabe von der Hexe Mania. Sie unterrichtet Bibi und die anderen Junghexen in der Serie in Hexerei, Kräuterkunde und dem Hexenkodex. Bibi nennt sie meistens Tante Mania. In Braunlage gab es mal das Haus Abraxas, ein Ferienhaus, das inzwischen dauerhaft geschlossen ist. Dass es nach dem Raben aus der Bibi-Blocksberg-Serie benannt ist, ist unwahrscheinlich. Denn Manias Rabe ist nicht der einzige, der Abraxas heißt. Auch der sprechende Rabe der kleinen Hexe aus dem Roman von Ottfried Preußler heißt so. Den Namen Abraxas gibt es schon seit Jahrhunderten. Je nach Kult bezeichnete er zum Beispiel eine Gottheit oder einen Dämon. Auch die Zauberformel Abrakadabra könnte auf den Namen zurückzuführen sein.

Hexenküche bei Bad Harzburg

Insbesondere in den frühen Bibi-Blocksberg-Folgen geht es immer wieder um Barbaras Kochkünste: Sie tischt ihrer Familie Gerichte wie Fliegenpilzpüree und Krötenmagenbuletten mit Salamanderschwänzchensoße und Schwefelsalat auf. Im Harz würde sie dafür sowohl die Fliegenpilze finden, als auch Kröten und Feuersalamander.

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Tatsächlich bietet der Harz sogar eine Hexenküche - die unterscheidet sich aber wahrscheinlich deutlich von Barbara Blocksbergs Labor. Es handelt sich nämlich um eine Felsformation nahe der Kästeklippen. Was Bibis Mutter dort wohl zusammenbrauen würde?

Bibi und Tina in Bad Lauterberg

Die Hörspielreihe „Bibi und Tina“ ist ein Ableger von der Bibi-Blocksberg-Serie, die inzwischen auch mehrere eigene Kinofilme hervorgebracht hat. Auf der Grundlage dieser Kinofilme macht die Jugendkirche Paulus in Bad Lauterberg im Mai 2024 einen Bibi-und-Tina-Gottesdienst.

Worum geht es in Bibi und Tina?

Bibi Blocksberg und Tina Martin sind beste Freundinnen. Bibi ist die Junghexe aus Neustadt (der Ort, wo auch Benjamin Blümchen lebt) und Tina wohnt mit ihrer Mutter und ihrem Bruder auf dem Martinshof in Falkenstein. In den Ferien besucht Bibi den Reiterhof und die beiden Mädchen machen am liebsten Wettreiten auf ihren Pferden Amadeus und Sabrina. Oft ist auch Tinas Freund Alexander von Falkenstein, genannt Alex, auf seinem Hengst Maharadscha mit dabei. Sein Vater, der Graf Falko von Falkenstein, ist der Verpächter der Familie Martin. In vielen Hörspielfolgen geht es darum, dass entweder die Martins oder der Graf Geldprobleme haben. Es kommen auch kranke, verletzte oder verwaiste Tiere und andere Schwierigkeiten vor. Spoiler: Für alles finden Bibi und Tina eine Lösung. Ursprünglich war Bibi und Tina eine Hörspielserie, die sich als Ableger der Bibi-Blocksberg-Hörspiele entwickelte. Inzwischen gibt es auch Fernsehserien und Kinofilme.

Besenflüge nach Falkenstein

Das Falkenstein im Bibi-Blocksberg-Universum wird eher als Dorf beschrieben. Die nächstgelegene Stadt heißt Rotenbrunn. Neustadt kann sich allerdings auch nicht allzu weit entfernt befinden, weil Bibi mal mit dem Zug und mal auf ihrem Besen Kartoffelbrei anreist. Der Ort ist vermutlich nach dem Schloss Falkenstein benannt, auf dem Graf Falko von Falkenstein der Herr ist.

Tatsächlich gibt es auch eine Stadt Falkenstein am Harz. Sie befindet sich zwischen Ballenstedt und Aschersleben. Hier gibt es zwar kein Schloss, aber die Burg Falkenstein, über die bis ins 14. Jahrhundert ebenfalls eine Grafenfamilie herrschte. Heute ist sie ein beliebtes Ausflugsziel.

Hänsel und Gretel im Harz

In der jüngsten Bibi-Blocksberg-Folge 151 „Rettet das Hexenfest“ wollen Bibi und ihre Junghexenfreundinnen Schubia und Flauipaui das Märchen von Hänsel und Gretel als Theaterstück aufführen. Die Märchenfiguren sind auch im Harz präsent: Im Märchenhaus an der Elbingeröder Straße in Braunlage gibt es zum Beispiel eine Hänsel-und-Gretel-Wohnung. Auch im Märchenwald in Bad Harzbug gehören die Geschwister zu den Attraktionen.

Ob Hänsel und Gretel wohl auch wieder zum Märchengrund in Bad Sachsa gehören werden, wenn er unter der Führung von Schauspielerin Janette Rauch wieder öffnet? Was meinen Sie? Zurzeit wird er älteste Märchenpark Deutschlands neu aufgestellt.

Harzer-Hexen-Stieg: Wanderlust in den Bibi-Blocksberg-Geschichten

Wenn man sich auf die Spuren der Hexen im Harz begibt, darf natürlich der Qualitätswanderweg Harzer-Hexen-Stieg nicht unerwähnt bleiben. Von Osterode aus führt er über den Brocken und durchs Bodetal nach Thale. Die Strecke ist 94 Kilometer lang - wer den Brocken lieber umwandert, legt 104 Kilometer zurück. Die Beschilderung des Weges ist mit dem Logo des Harzer-Hexen-Stiegs, weiße Hexe im grünen Kreis, markiert. Im vergangenen Jahr 2023 wurde der Wanderweg übrigens 20 Jahre alt. Anlässlich des Jubiläums erinnerte der Harz Kurier an das harte Leben der Kiepenfrauen.

Das Begrüßungskomitee beim Harzer Hexentrail: Die vier Hexen nehmen die Teilnehmer im Ziel in Empfang.
Das Begrüßungskomitee beim Harzer Hexentrail: Die vier Hexen nehmen die Teilnehmer im Ziel in Empfang. © HK | Jann-Luca Künßberg

Harzer Hexentrail

Der Harzer Hexentrail ist eine Ultrawanderung beziehungsweise ein Ultralauf, der in Osterode startet und endet. Die Startplätze bei dem gemeinnützigen Event sind jedes Jahr ausverkauft. Ob Bibi Blocksberg wohl auch daran teilnehmen würde? Insbesondere in den frühen Folgen ist die kleine Hexe extrem lauffaul und fliegt viel lieber auf ihrem Besen Kartoffelbrei. Aber für wohltätige Zwecke sind Bibi und ihre Freunde eigentlich immer zu haben - und der Hexentrail ist ein Spendenlauf. Außerdem scheint sich Bibis Einstellung zu körperlicher Betätigung im Laufe der Serie zu ändern: In Folge 137 „Ein verrückter Ausflug“ versucht Bibi ihren Vater Bernhard zu einem Ausflug in die Finsterberge zu überreden und schwärmt: „Und es soll da auch sehr idyllisch sein - vor allem die Wanderroute durch das Bärental.“

Könnte mit den Finsterbergen der Harz gemeint sein? Was meinen Sie?

Klimawandel im Harz und im Bibi-Blocksberg-Universum

In den jüngeren Folgen von Bibi Blocksberg und dem Spin-off Bibi und Tina wird immer wieder der Klimawandel thematisiert. So treten die kleine Hexe und ihre Klasse in der Bibi-Blocksberg-Folge 144 „Der Klimawettbewerb“ gegen den Bürgermeister von Neustadt an. Nach einem Starkregen-Ereignis in Bibis Heimatstadt Neustadt, das zahlreiche Straßen und Keller unter Wasser setzte, wollen sie erreichen, dass ihre Schule klimafreundlich saniert wird.

Derweil geht es in der Bibi-und-Tina-Folge 106 „Hilfe für den Wald“ um Aufforstung. Wie im vom Borkenkäfer geplagten Harz haben sich auch im Falkensteiner Forst kahle Flächen gebildet - und Bibi und Tina wollen bei einer Baumpflanzaktion helfen. Aber die Setzlinge sind begehrt.

Schade eigentlich, dass sich diese Probleme nicht mit einem von Bibis Hexsprüchen lösen lassen. Was meinen Sie? Wie könnte ein passender heißen? Vielleicht „Eene meene meck, der Borkenkäfer ist jetzt weg?“

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