Helmstedt. Eine vierköpfige Familie konnte sich selbst retten. Die Feuerwehr nutze eine Fluchthaube, um eine weitere Person aus dem Gebäude zu holen.

In Helmstedt hat es in der Nacht zu Sonntag in der Straße „Fechtboden“ gebrannt. Das teilten Polizei und Feuerwehr mit. Gegen 2 Uhr wurden die Einsatzkräfte alarmiert. Ein Sperrmüllhaufen war angezündet worden. Wegen der Flammen und des Rauchs war eine Flucht durch den Flur für zwei Bewohner zunächst nicht möglich. Verletzt wurde niemand. Die Polizei ermittelt nun gegen Unbekannt wegen schwerer Brandstiftung.

Eine vierköpfige Familie aus dem ersten Obergeschoss des Gebäudes konnte sich selbstständig retten, eine weitere Person war jedoch im Dachgeschoss durch das Feuer eingeschlossen. Diese machte sich an einem Dachfenster auf der Innenhofseite bemerkbar. Erschwerend kamen die sehr engen Gegebenheiten vor Ort hinzu. Nachdem das erste Löschfahrzeug eingetroffen war, setzte die Feuerwehr sofort einen Trupp unter Atemschutz zur Menschenrettung ein.

Die Feuerwehr bekämpfte das Feuer in Helmstedt unter Atemschutz

Der Einsatztrupp führte die Person mithilfe einer Fluchthaube aus dem Gebäude und übergab sie dem Rettungsdienst. Die Polizei evakuierte eine weitere Person. Ein zusätzlicher Feuerwehr-Trupp übernahm, ebenfalls unter Atemschutz, die Brandbekämpfung in der Durchfahrt zum Innenhof, von dem aus das Treppenhaus abzweigte. Dort brannten Abfälle und Gerümpel. Das Feuer wurde schnell gelöscht, sodass bereits um 2.37 Uhr „Feuer aus“ gemeldet werden konnte.

Der Brandrauch zog allerdings durch das gesamte Gebäude, sodass die Einsatzkräfte das Gebäude, mittels Hochleistungslüfter belüften mussten. Parallel dazu wurden sämtliche Wohnungen in dem verwinkelten Gebäudekomplex nochmals nach Personen kontrolliert, jedoch ohne weitere Feststellungen.

Der Brandrauch zog durch das gesamte Gebäude.
Der Brandrauch zog durch das gesamte Gebäude. © FMN | Feuerwehr Helmstedt

Insgesamt wurden durch den Rettungsdienst fünf Personen aus dem Gebäudekomplex untersucht, keine musste weiter medizinisch behandelt werden. Vorsorglich wurden die Wohnungen der ersten Etage sowie des Dachgeschosses für einen Tag gesperrt, um weiter lüften zu können. Die Bewohner konnten bei Angehörigen untergebracht werden.

Gegen 3 Uhr konnten die ersten Einsatzkräfte bereits einrücken. Im Einsatz waren, neben der Ortsfeuerwehr Helmstedt, auch die Ortsfeuerwehren aus Emmerstedt, Barmke und der Einsatzleitwagen aus Grasleben sowie der Rettungsdienst mit zwei Rettungswagen und einem Notarzt, die Polizei mit zwei Streifenwagen.

Insgesamt waren 60 Einsatzkräften mit 15 Fahrzeugen vor Ort. Die Einsatzstelle wurde abschließend der Polizei übergeben. Die ermittelt nun wegen schwerer Brandstiftung und bittet um sachdienliche Hinweise unter (05361) 46460.

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