Helmstedt. Morgen ist Welttoilettentag. Wir haben uns umgeschaut: Wo gibt es stille Örtchen im Landkreis, und wie sieht es dort so aus?

Erik Beyen

Gut, wer seine Notdurft auf der öffentlichen Toilette am ZOB in Schöningen loswerden will, sollte das zu festen Zeiten tun und seine Augen schließen. Zumindest die Außenansicht ist gelinde gesagt unschön. Auf unserer kleinen Toilettentour durch den Landkreis war dieses Örtchen die zweite Station. Anlässlich des Welttoilettentages morgen haben wir uns außerdem in Helmstedt sowie in Königslutter umgesehen und nachgefragt, wo es überall Zuflucht gegen drückende Blasen gibt.

Das WC am B ahnhof Helmstedt.
Das WC am B ahnhof Helmstedt. © FMN | Erik Beyen

Dies klar vorweg: Öffentliche Toiletten fallen unter die sogenannten freiwilligen Leistungen einer Kommune, sind also keineswegs selbstverständlich oder gar eine Pflicht im Rahmen der Daseinsfürsorge, aber: „Eine gepflegte Toilette ist auch eine Visitenkarte einer Stadt“, sagte Helmstedts Bürgermeister Wittich Schobert am Telefon. Von ihm wollten wir wissen, wem die öffentliche Toilette am Bahnhof in Helmstedt gehört. Und die nimmt ihre freiwillige Leistung offenbar ernst. Das WC ist sauber. Gut, ein paar Schäden an der Tür zur Einzelkabine, aber ansonsten. In dieser Sache Daumen hoch. Die Öffnungszeiten sind klar sichtbar, und an der Seite ist der Eingang zum WC für Rollstuhlfahrer. Das allerdings war bei unserem Kurzbesuch zur regulären Öffnungszeit der Damen- und Herren-WC-Anlagen geschlossen. An das Liebesleben ihrer Bürger denkt die Stadt auch, ein Automat für den gewissen Bedarf hängt im Herren-Bereich.

Für die Toiletten hat die Stadt sogar einen eigenen Flyer entwickelt. Weitere Anlagen gibt es in der Markt-Passage und im Rathaus über den Zugang vom Holzberg aus.

Das WC am Parkplatz Neue Straße in Königslutter.
Das WC am Parkplatz Neue Straße in Königslutter. © FMN | Erik Beyen

Die Stadt Königslutter betreibt vier Anlagen, am Kaiserdom, am Bahnhof, am Stadt- und Jugendhaus und am Parkplatz Neue Straße. Letztere und die Anlage am Parkplatz sind geschlossen. Den Grund nennt Bürgermeister Alexander Hoppe: „Die wurden regelmäßig durch Vandalismus unbrauchbar gemacht“, so Hoppe. Ob und wann sie wieder geöffnet werden, sei noch nicht klar, so Hoppe. Zumindest von außen lassen diese Toiletten den tatsächlichen Zustand nicht vermuten. Die Anlagen am Bahnhof und am Kaiserdom haben wir uns nicht näher angesehen.

Das WC am ZOB in Schöningen.
Das WC am ZOB in Schöningen. © FMN | Erik Beyen

Die Stadt Schöningen kennt den Zustand ihrer Toilette am Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB). Darum soll sie auch modernisiert werden. Einfach so geht es dort nicht auf das Örtchen. Zu den Öffnungszeiten wird sie bei Bedarf geöffnet. Das erzählten Passanten, die wir zufällig vor Ort trafen. Hat Charme. Wir waren ein paar Minuten zu spät vor Ort. Gleichwohl: Die Anlage hat ihre besten Tage hinter sich und ist offenbar immer wieder Ziel von Schmierfinken und Vandalen. Bei solchen Menschen ist die Sache mit der Visitenkarte von vornherein zum Scheitern verurteilt. Gut, dass den Bürgern und Besuchern zu den regulären Öffnungszeiten auch die Toiletten im Rathaus und in der Tourist-Information zur Verfügung stehen. Ein dicker Pluspunkt für die Stadt der Speere.

Der Vollständigkeit halber: In der Samtgemeinde Grasleben gibt es keine öffentlichen Toiletten. Auch die Samtgemeinde Velpke betreibt kein stilles Örtchen für die Öffentlichkeit. Die Samtgemeinde Heeseberg ist eine Antwort auf Anfrage schuldig geblieben. Zum Wegspülen.