Bauausschuss ist mit Fassadenoptik am Tankumsee nicht zufrieden

Isenbüttel.  Hausbesitzer hatten Fassaden mit Kunststoff und Beton gestaltet, obwohl der Bebauungsplan Holz vorsieht.

Luftaufnahme der Siedlung am Tankumsee (oben im Bild).

Luftaufnahme der Siedlung am Tankumsee (oben im Bild).

Foto: Archiv / Keller

Weil der Charakter von Wald und Natur in der Tankumsee-Siedlung beibehalten werden sollte, hatte die Gemeinde Isenbüttel bei der Eingemeindung im Bebauungsplan Vorgaben für die Hausfassaden verankert: Die sollten aus Holz sein. Jetzt streiten sich Politik und Bürger, ob dem auch Kunststoff- oder Betonfassaden in Holzoptik genügetun oder ob es das natürliche Material sein muss. Für einige Hausbesitzer steht viel Geld auf dem Spiel, müssten sie ihre Fassaden nun zurückbauen.

„Ich werde nicht dafür stimmen“, wehrte sich Detlef Lehner (SPD) gegen eine nachträgliche Legalisierung, „sonst brauchen wir keinen Bebauungsplan. Wenn man eine Betonfassade haben will, darf man dort nicht hinziehen.“ Ernst Glas (IWG) war anderer Auffassung: „Ich finde, wir sollten es generell offen lassen, wie eine Fassade gestaltet wird. In einem Ferienhausgebiet war es sinnvoll, aber die Zeiten und Materialien ändern sich.“ Man solle die Menschen nicht immer einschränken.

Unterschied zwischen Beton und Holz nur schwer zu erkennen

Bürgermeisterin Tanja Caesar (IWG) falle es schwer, überhaupt zu erkennen, ob die Fassaden aus Holz sind oder nicht. „Wir müssen nur überlegen, ob damit das optische Ziel erreicht ist.“ Offenbar nicht, denn drei Ausschussmitglieder sprachen sich gegen eine Änderung des Bebauungsplans aus, nur zwei dafür. In der abschließenden Einwohnerfragestunde warf einer der Bürger dem Gremium vor, Entscheidungen zu treffen, ohne sich vorher mit den Materialien zu beschäftigen, sie nicht einmal vorher gesehen zu haben.

Erbost waren einige Zuschauer auch über das Thema Tempo-Schwelle in der Liststraße. Die sogenannten Salamander-Schwellen aus Kunststoff waren erst provisorisch angebracht worden, um deren Effektivität zu testen. „Das grenzt an Realsatire“, sagte Lehner in Richtung eines der Bürger: „Erst beantragst du sie, jetzt willst du sie wieder weghaben.“ Dieser Argumentierte hinterher in der Einwohnerfragestunde: „Wir haben Südfrüchte bestellt und Kartoffeln geliefert bekommen.“ Denn die Geräusche, die entstehen, wenn Linienbusse oder Fahrzeuge mit Anhänger über die Schwellen fahren, ließen sich nicht ertragen: „Ich komme mir vor wie bei einem Erdbeben!“ Sein Nachbar berichtete: „Bei uns vibriert der ganze Dachboden!“

Grünes Licht für Bebauungsplan am Allerkamp

Die Politiker erhielten von einem Dritten die Einladung zu einem Kaffeekränzchen im Garten, um sich den Lärm anzuhören. Vorher hatten sie aber schon mit null Befürwortern gegen den Abbau der Schwellen gestimmt.

Randnotiz: Die Aufstellung eines Bebauungsplans am Allerkamp für das Areal von Wohnprojekt Genial, Tagespflegeeinrichtung, Sozialstation, zwei Pflegewohngemeinschaften sowie gegebenenfalls eine Physiotherapiepraxis und/oder Kindertagesstätte bekam das einstimmige Votum des Ausschusses.

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