Hankensbüttel. Wilfried Manneke spricht bei Demokratie-Bündnis und Kirchengemeinde in Hankensbüttel auch über einen Brandanschlag auf sein Haus.

Wilfried Manneke und Karl-Heinz Hufenhagen engagieren sich bereits lange gegen Rechtsextremismus. Am Montagabend im Ludwig-Harms-Haus wollten mehr als 100 Gäste wissen, was diesbezüglich in den vergangenen Jahren passiert ist. Das Bündnis für Demokratie und die Kirchengemeinde hatten zum Vortrag von Manneke und einer Ausstellung von Hufenhagen eingeladen. Es sind Tafeln mit den bisher von der Amadeu-Antonio-Stiftung aufgelisteten 218 Todesopfer rechtsextremer Gewalt zu sehen. Darunter sind mit Matthias Knabe und Helmut Leja auch zwei Opfer aus dem Landkreis Gifhorn.

Anschläge hatte auch Manneke zu überstehen, wie er sagte. Einen Brandanschlag auf sein Haus und Sachbeschädigung an seinem und anderen Autos von Mitstreitern. Dazu immer wieder Provokationen vor den Wohnhäusern. Abschrecken lassen beim Kampf wollen sich weder Manneke noch Hufenhagen. „Solange ich Luft hole“, werde er weitermachen, so Hufenhagen.

Referent spricht in Hankensbüttel von größter Gefahr

Manneke berichtete von seiner Zeit als Pastor in Südafrika, die ihn sehr geprägt habe. Zur Zeit der Apartheid sah er die ungleiche Behandlung von Menschen, die in dem Land aufgrund ihrer Hautfarbe diskriminiert wurden. Die größte Gefahr gehe hierzulande derzeit von Rechtsextremismus aus. 218 Todesopfer, darunter zehn in Niedersachsen, und 15 Verdachtsfälle seit 1990 stünden dafür.

Nur wenige Kilometer von seinem damaligen Wohnort Unterlüß seien Hetenkamp 13 und Hof Nahtz Treffpunkte und Schulungszentrum der rechtsextremen NPD. Gleich nach Kenntnis organisierte Manneke Mahnwachen, deren Teilnehmerzahl schnell wuchs. „Es gab für mich keine Alternative, als mich dagegen zu wenden.“

Margot Käßmann wird als Rednerin erwartet

Ein Arbeitskreis, Präventionsarbeit von Schulen, Kirche, kommunalen Jugendtreffs und ein bürgerschaftliches Bündnis mit mehr als 800 Mitgliedern folgten. Und am 22. Juni zu der von den Rechtsextremisten gefeierten Sonnenwend-Feier werde man wieder demonstrieren, mit Margot Käßmann als Rednerin. Zudem betonte Manneke anhand von sechs Punkten, dass sich Rechtsextremismus und christlicher Glauben ausschließen. Gefahr gehe auch von Reichsbürgern und Preppern aus, sagte er, und die gebe es auch im Landkreis Gifhorn.

25.000 Namen stünden zudem auf Todeslisten von Rechtsextremen, die sich auf den Tag X vorbereiteten, wenn es einen Umsturz geben solle. Bei der AfD schätzt Manneke, dass ein Drittel der 40.000 Mitglieder rechtsextrem ist. Auch die Werteunion sei wohl der AfD „sehr ähnlich“.

Gifhorner Bündnis für Demokratie plant Aktionen

Die nächsten Aktionen des Bündnisses vom 11. bis 15. März kündigte Martin Rausch an. Dann gibt es die Woche der Demokratie mit mehreren Veranstaltungen. Das große Interesse am Montag zeige, dass man sehr breit aufgestellt sei. „Wir sind nicht leise. Wir wollen der Regierung auf die Sprünge helfen, damit sie Maßnahmen gegen Rechtsextremisten ergreift.“ Das hatte auch Manneke betont. Je mehr man Rechtsextremen zeige, dass man da sei, umso weniger können sie machen. „Wegschauen wäre das völlig falsch Signal“, sagte er.

Pastor Karsten Heitkamp hatte eingangs das Zitat von Willy Brandt „mehr Demokratie wagen“ hervorgehoben. Und dass man ein Volk von guten Nachbarn im Inneren wie im Äußeren sein wolle.

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