Gifhorn. Die Verkehrshelfer der Albert-Schweitzer-Grundschule blockieren ohne Vorankündigung die einzige Straßenzufahrt. So fallen die Reaktionen aus.

Die ehrenamtlichen Verkehrshelfer (früher besser bekannt als Schülerlotsen) an der Albert-Schweitzer-Grundschule verschärfen die Gangart gegen die aus ihrer Sicht missliebigen Elterntaxis.

Erst sperrte die Gruppe um Hagen Schink die Zufahrt zur Sackgasse am Bauernkamp unangemeldet ab. Und das mittags zum Abholen ins Wochenende statt wie zuvor zweimal morgens beim Bringen.

Offiziell war die Kundgebung bei der Stadt angemeldet, auch die Schule wusste Bescheid – nur eben nicht die eigentlichen Adressaten der Aktion, die Mütter und Väter. Wer am Freitag ab 11.30 Uhr vom Calberlaher Damm in den Bauernkamp einbiegen wollte, dem stellten die acht Verkehrshelfer ein Lastenrad und ein Transparent „Platz da!“ entgegen.

Mehr war nicht, doch den Stresslevel im Verkehr erhöhte es mächtig. Wohin so schnell, wenn man nicht wie geplant einbiegen kann?

Einen bösen Zuruf erntete die Runde aber nur von einem Radfahrer, der die Situation beobachtete. Die meisten Eltern fügten sich ins Unvermeidliche und stellten ihre Autos entlang des Calberlaher Damms oder gegenüber im Lerchenfeld ab.

Offizielles Halteverbot gilt längst

Dann holten sie ihre Kinder zu Fuß von der Schule ab.

Diese Vorgehensweise ist genau das, was die Verkehrshelfer gerne täglich ohne Sperrung hätten. Sollen doch Lehrer und Anwohnerinnen durchkommen. Das Anliegen hatten die Demonstranten auch noch mal auf Handzetteln zusammengefasst.

Initiator Schink betonte zudem, im Namen der Schüler zu agieren. „Die Kinder sind von den Autos genervt. Die Abgase stinken.“ Zudem sei es gefährlich, wenn der Wendehammer zum „Parkhammer“ werde. Ohnehin gelte im gesamten Bauernkamp außerhalb der wenigen Parkboxen Halteverbot. Dagegen sei Parken auf dem Calberlaher Damm erlaubt. Rektorin Franziska Mende kam auf ein Foto vorbei. Ihr Kommentar: „Ich finde es schön, wenn Kinder nicht zwischen Autos rennen und Gefahr laufen, angefahren zu werden.“

Weiter weg parken oder früher kommen

Mutter Luise Forsyth begrüßte das Anliegen der Demonstranten. Sie parke immer außerhalb des Bauernkamps, um ihre Kinder zu bringen oder abzuholen. Mit einer Ausnahme: Wenn sie morgens lange vor Schulbeginn eintreffe und der Wendehammer wirklich noch frei sei.

Die Kinder jedenfalls hatten dank der Aktion am Freitagmittag einen stressfreien Heimweg ins Wochenende – mitten auf der Straße.