Braunschweig. Bis Donnerstagabend steht der Bahnverkehr in Niedersachsen weitgehend still. So reagieren Fahrgäste in Braunschweig auf den Bahnstreik.

Am Braunschweiger Hauptbahnhof ist es am Donnerstagmorgen weitgehend ruhig. Seit Mittwochabend fahren im Rahmen des Warnstreiks der Lokführergewerkschaft GDL auch hier keine Züge der Deutschen Bahn mehr, nur noch Regionalzüge. Das ganz große Chaos ist ausgeblieben.

Bahnstreik in Braunschweig: So reagieren Reisende am Hauptbahnhof

Auch im Informationszentrum der Deutschen Bahn ist eher weniger los als sonst, sagt eine Mitarbeiterin. „Die Menschen sind vorbereitet“, ist ihr Eindruck. Die Menschen, die trotzdem an den Gleisen oder in der Bahnhofshalle stehen, sind überzählig mit den Regionalzügen unterwegs. „Wir wussten gar nichts von einem Streik“, sagen zum Beispiel Kassandra Beyer und Kacper Wysocki.

Die 26-jährige Marie aus Lehrte pendelt für das Studium nach Braunschweig. Sie wusste, dass gestreikt wird, und ist froh, nicht betroffen zu sein. „Zumindest dieses Mal“, sagt sie. Sie könne verstehen, dass die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer für bessere Bedingungen eintreten wollen. „Ich kann das nachvollziehen, aber wenn man betroffen ist, ist das trotzdem blöd.“

Verhandlungstag wegen Bahnstreik abgesagt: Dafür haben nicht alle Verständnis

Die 28-jährige Vanessa Hampel aus Braunschweig steht an diesem Donnerstagmorgen schon zum zweiten Mal in der Bahnhofshalle. Ihr Zug nach Nürnberg sollte eigentlich um 9.46 Uhr fahren, fiel aber aus. Der ICE war wie alle anderen Züge der Deutschen Bahn wegen des Bahnstreiks gecancelt worden. „Da war ich erst mal ein bisschen bedröppelt“, sagt Hampel. Sie ärgert, dass sie keine E-Mail-Benachrichtigung über den ausfallenden Zug erhalten hat.

Drei Stunden später will sie nun nach Hannover fahren, weil eine Mitarbeiterin der Westfalenbahn ihr gesagt habe, dass alle fünf bis sieben Züge durch einen Ersatzverkehr aufgefangen würden. „Ich versuche es jetzt einfach mal“, sagt Hampel. Immerhin ist sie in ihrer Freizeit unterwegs, sagt sie, und muss nicht pünktlich irgendwo sein.

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Den Bahnstreik an sich versteht sie nicht so richtig, zumal für den Donnerstag ursprünglich Verhandlungen zwischen Arbeitgeber und Gewerkschaft stattfinden sollten. „Ich wünsche jedem, dass er oder sie gut bezahlt wird“, sagt Hampel, „aber ich wünschte mir, da hätte es noch einen anderen Weg gegeben.“