Studentensprecher distanzieren sich

Wirbel um Mail: kein Raum in HBK für Feminismus-Vortrag

Die Hochschule für Bildende Künste am Johannes-Selenka-Platz.

Die Hochschule für Bildende Künste am Johannes-Selenka-Platz.

Foto: Rudolf Flentje

Braunschweig  Eine Mail über Feminismus sorgt für Wirbel. Absender war die Studentenvertretung der Hochschule für Bildende Künste in Braunschweig.

Die Antifa-Gruppe Braunschweig wollte in den Räumen der Hochschule für Bildende Künste (HBK) am Donnerstag einen Vortragsabend zum Thema Feminismus veranstalten – und erhielt per Mail von deren Studierenden Ausschuss (Asta) eine Abfuhr.

Mehr noch als das Nein zur Raumanfrage ließ die schriftliche Begründung dazu die Wellen hochschlagen. In der Mail mit Asta-Absender hieß es: „Die meisten von uns fühlen sich mit dem Titel ,Feminismus’ unwohl. Mit dem Begriff assoziieren wir eher eine radikale Frauenbewegung, die die Diskriminierung von Männern nicht ausschließt.“

Ein Wortlaut, der umgehend den Asta der Uni Hannover auf den Plan rief. Der brachte das Thema vor das Landesgremium der Studentenvertretungen und forderte gutnachbarschaftlich rasche Aufarbeitung dieses Vorfalls – der von „paranoidem Abwehrhalten“ der Beteiligten zeuge.

Alles ein betrübliches Missverständnis, sagt der Asta der HBK. Schon am Tag, nachdem die Antifa-Gruppe im Internet ihr Missfallen über die Angelegenheit verbreitet hatte, distanzierten sich die HBK-Studentensprecher schriftlich von der Mail. „Unsere Haltung zum Thema Feminismus entspricht genau dem Gegenteil“, erklärte Asta-Sprecher Maximilian Burkhardt am Mittwoch nach einer Sitzung des Gremiums mit hörbarem Bedauern. Wortwahl und Versand der Mail seien ein nicht hinnehmbarer Alleingang gewesen – eines weiblichen Asta-Mitglieds.

Die HBK-Studentenvertretung wolle nun am Donnerstag in größtmöglicher Besetzung an dem Vortrag im TU-Altgebäude (19 Uhr) teilnehmen und Rede und Antwort stehen. Zudem sei mit den Landes-Studenten-Vertretungen eine eigene Veranstaltung zum Thema Antisexismus geplant.

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