Ärztekammer: 64 Behandlungsfehler in Berlin nachgewiesen

Berlin  Bei jedem dritten geprüften Fall haben Schlichter Behandlungsfehler in der Hauptstadt anerkannt. 2018 gab es 425 neue Beschwerden.

Eine junge Ärztin betrachtet ein Röntgenbild. Laut Ärztekammer sind die bildgebende Diagnostik und Operationen die größten Fehlerquellen.

Eine junge Ärztin betrachtet ein Röntgenbild. Laut Ärztekammer sind die bildgebende Diagnostik und Operationen die größten Fehlerquellen.

Foto: McPHOTO/ADR / picture alliance / blickwinkel/McPHOTO/ADR

Auch Ärzte können irren: In 64 Fällen haben Schlichter der Ärztekammern für das Jahr 2018 Behandlungsfehler in Berlin anerkannt. Damit wiesen sie bei rund jedem dritten geprüften Fall (35 Prozent) in der Hauptstadt Fehler nach. Das war der höchste Wert seit 2014. Im Jahr 2017 hatte die Fehlerquote der geprüften Fälle bei 24,7 Prozent gelegen.

Die Zahl der Vorwürfe insgesamt sei aber leicht gesunken, teilte die Ärztekammer Berlin am Mittwoch mit. Gab es 2017 noch 447 neue Beschwerden, waren es im vergangenen Jahr 425. Bei einem großen Teil möglicher Behandlungsfehler kommt es gar nicht erst zu einem Schlichtungsverfahren. Zum Beispiel, weil Anträge zurückgenommen werden oder weil Ärzte, Kliniken oder Versicherungen einer Schlichtung nicht zustimmen.

Vor allem in Kliniken gibt es laut Statistik Fehler

So wurden für 2018 insgesamt 182 Berliner Fälle geprüft. Bei 118 Beschwerden sahen die Schlichter keinen Nachweis für eine Schuld von Ärzten bei der Behandlung. Den Verdacht auf Behandlungsfehler hatten Patienten zum Beispiel nach Knochenbrüchen, bei Problemen mit Knie und Hüfte sowie bei Brustkrebs. Fehler passierten laut Statistik in der Mehrzahl in Kliniken (73,5 Prozent).

Am häufigsten gab es Zweifel nach Behandlungen in der Unfallchirurgie oder der Orthopädie. Fehlerquellen waren demnach vor allem die bildgebende Diagnostik und Operationen.

Patienten, die Arztfehler vermuten, können dies in außergerichtlichen Verfahren der Ärztekammern kostenfrei klären lassen. Auch danach steht Patienten noch der Weg einer Klage offen.

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