Herzberg. Bei den Bauarbeiten in der Herzberger Ortsdurchfahrt herrscht am Dienstag zeitweise Stillstand. Wofür die Bauarbeiter in Südniedersachsen protestieren.

  • Die IG Bau ruft am Dienstag, 9. April, zum Protest auf
  • Protestiert werden soll auch an der Großbaustelle in der Ortsdurchfahrt Herzberg
  • Die Bauarbeiter legen ab 13 Uhr die Arbeit nieder
  • Der Protest soll ein Zeichen sein, das man aus dem Südharz nach Wiesbaden senden will: Hier beginnt am Dienstag die dritte Runde der Tarifverhandlungen

Stillstand auf der Baustelle der Ortsdurchfahrt Herzberg: Am Dienstag, 9. April 2024, legen die Bauarbeiter auch in der Welfenstadt die Arbeit für eine Stunde nieder. Nichts geht dann mehr auf der Baustelle.

Gewerkschaft: „Stimmung auf dem Bau kocht“ - Protest auch auf der Baustelle Herzberg

Schriftlich teilt dazu die IG Bau mit: „Auf dem Bau in Südniedersachsen brodelt es gewaltig: Bauarbeiter werden am Dienstag, 9. April, bei einem Bau-Protest im Landkreis Göttingen kräftig Dampf ablassen.“ Die Gewerkschaftler begründen den Ausstand so: „Die Stimmung auf dem Bau kocht. Denn Bauunternehmen fahren seit zwei Jahren satte Gewinne ein. Aber die Bauarbeiter werden beim Lohn an der kurzen Leine gehalten.“ Das zumindest erklärt Ralf Djuren von der Bau-Gewerkschaft. Der Bau-Branchensekretär der IG Bau Niedersachsen-Süd erwartet beim Protest am Dienstag auf der Straßenbaustelle der Ortsdurchfahrt in Herzberg, dass „die Bauarbeiter ganz schön in Rage sein werden“. Die Stimmung sei „enorm geladen“.

Die Stimmung auf dem Bau kocht. Denn Bauunternehmen fahren seit zwei Jahren satte Gewinne ein. Aber die Bauarbeiter werden beim Lohn an der kurzen Leine gehalten.
Ralf Djuren - IG Bau, zu den Gründen für den Ausstand

Protest auf der Baustelle der B27/B243 in Herzberg: Zeichen nach Wiesbaden senden

Der Bau im Kreis Göttingen protestiert also und schickt damit von Südniedersachsen aus eine klare Botschaft an die Arbeitgeber nach Wiesbaden. Denn dort gehen am Dienstag, 9. April, die Tarifverhandlungen über höhere Löhne für das Bauhauptgewerbe in die dritte Runde. „Der Bau in Südniedersachsen hat ‚fette Jahre‘ hinter sich. Gleichzeitig hat die Inflation aber Riesenlöcher in die Lohntüten gefressen. Und trotzdem haben die Arbeitgeber bislang kein vernünftiges Angebot auf den Tisch gelegt. Hier fehlt der nötige Respekt für die Arbeit der Bauarbeiter“, so Ralf Djuren.

Auf dem Bau: Arbeiter wollen 500 Euro mehr im Monat

Die Forderung der IG Bau liegt auf dem Tisch: „Es geht um einen Fixbetrag für alle – um 500 Euro pro Monat mehr im Portemonnaie. Egal, ob für den Bauhelfer oder für den Polier, für den Kranführer, Straßenbauer oder für die Büroangestellte im Bauunternehmen“, sagt Djuren.

IG Bau droht: Bagger können auch stillstehen

Sollten die Arbeitgeber am Verhandlungstisch weiterhin „auf stur schalten“, müsse sich Südniedersachsen und demnach auch Herzberg auf Baustellen einstellen, auf denen „es dann nicht mehr richtig rundläuft“, warnt der Branchensekretär der IG Bau. Die Situation spitze sich von Tag zu Tag zu: „Die Arbeitgeber müssen wissen: Bagger können auch mal stillstehen. Und Kräne können auch mal Pause machen. Das würde dann alle Bereiche im Hoch- und Tiefbau betreffen – vom Straßen- bis zum Industriebau. Auf Südniedersachsen kommen harte Bauzeiten zu“, macht Ralf Djuren deutlich.

Die Arbeitgeber müssen wissen: Bagger können auch mal stillstehen. Und Kräne können auch mal Pause machen. Das würde dann alle Bereiche im Hoch- und Tiefbau betreffen – vom Straßen- bis zum Industriebau. Auf Südniedersachsen kommen harte Bauzeiten zu.
Ralf Djuren - IG Bau, droht mit weiteren Ausständen auf den Baustellen in Südniedersachsen

Stillstand herrscht auf der Baustelle in Herzberg am Dienstag, 9. April, von 13 bis 14 Uhr. Die Protest-Baustelle ist eingerichtet am Container-Lager der Firma Eurovia im Pfingstanger in Herzberg.

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