Kita-Betreuung im Schicht-Rhythmus

Wolfsburg  Volkswagen will zusammen mit der Stadt Wolfsburg sowie den Landkreisen Quantität und Qualität des Angebotes verbessern.

Rund 60 Mitarbeiter-Kinder betreut VW neuerdings in den Ferien. Mit den Kommunen soll nun eine Offensive für zusätzliche Kita-Plätze starten.

Foto: VW

Rund 60 Mitarbeiter-Kinder betreut VW neuerdings in den Ferien. Mit den Kommunen soll nun eine Offensive für zusätzliche Kita-Plätze starten. Foto: VW

Noch wird eher abgehoben-akademisch über eine künftige Kooperation zwischen Wolfsburg und dem Landkreis Helmstedt diskutiert. Beim Thema Kinderbetreuung wächst indes auf Wunsch von Volkswagen ganz flott zusammen, was zusammengehört.

Die Stadt Wolfsburg und die Landkreise Helmstedt und Gifhorn sind ohnehin in der Pflicht. Sie müssen bis Sommer nächsten Jahres den Rechtsanspruch von Eltern auf einen Kita-Platz für ihren Nachwuchs erfüllen.

Volkswagen möchte sich andererseits als fürsorglicher Arbeitgeber präsentieren und eine betriebsnahe Betreuung von Mitarbeiter-Kleinkindern anbieten können. Da der Weltkonzern kein eigenes Angebot vorhält, kooperiert er mit den Kommunen. Wie exklusiv berichtet, will man den Bedarf nun offenbar mit millionenschweren Investitionen mittelfristig decken. Die Zeit drängt – es müssen alsbald Fördermittel abgerufen werden.

Wer schließlich was und wie viel zahlt und wie das Unternehmen sich beteiligt, ist unklar. Präzise formuliert hat den Anspruch von VW bisher nur die zuständige Betriebsrätin Gabriele Trittel, die bereits im Mai sagte: „VW-Beschäftigte aus dem Umland sollen für ihre Kinder auch Krippen und Kitas in Wolfsburg nutzen können.“ Der exakte Bedarf an zusätzlichen Plätzen wurde von einer Beratungsfirma inzwischen ermittelt, aber noch nicht offiziell kommuniziert. Es dürften einige Hundert Plätze sein. Nach unbestätigten WN-Informationen sollen schon bis 2015 430 zusätzliche Betreuungsplätze in Werksnähe – also in Wolfsburg – entstehen. Doch es geht dem Betriebsrat nicht nur um die Quantität.

„Vor allem Beschäftigte, die in Wechselschicht arbeiten, haben häufig das Problem, dass Krippen und Kitas unflexibel sind“, so Trittel in der Mai-Ausgabe der Betriebsrats-Zeitung „Mitbestimmen“. Man habe daher in Gesprächen mit Verwaltungsfachleuten „klare Ziele formuliert“, zu denen arbeitszeitgerechte Öffnungszeiten und flexible Einbuchungssysteme gehörten. VW hat sich bisher nicht näher zu dem Thema und zu einer etwaigen finanziellen Beteiligung geäußert.

Die Stadt Wolfsburg beantwortete eine WN-Anfrage am Dienstag folgendermaßen: „Durch die enge Verknüpfung der Wohn- und Arbeitsorte in der Region arbeiten die Gebietskörperschaften Wolfsburg, Helmstedt und Gifhorn sowie Volkswagen und die Wolfsburg AG in einer gemeinsamen Arbeitsgruppe an der Erweiterung der Kinderbetreuungsplätze. Im Fokus stehen Kinder unter drei Jahren. Ziel ist es, bestehende Betreuungsplätze zu erhalten und bedarfsgerecht zu ergänzen, um eine betriebsnahe Kinderbetreuung zu gewährleisten und damit die Attraktivität der Arbeitgeber und der Region insgesamt zu steigern.“

Den Ansprüchen des mit Abstand größten Gewerbesteuerzahlers will man offenbar gerecht werden. Besonders das Ziel von VW, den Frauen anteil zu erhöhen, wolle man unterstützen. „Eine zuverlässige und kundenorientierte Kinderbetreuung ist gerade für Berufsrückkehrerinnen ein wichtiges Argument für den Zeitpunkt des Wiedereinstiegs“, heißt es in der Mitteilung der Stadtverwaltung.

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