Der VW Amarok als Militärfahrzeug

Wolfsburg  Auf einer Rüstungsmesse zeigt die Firma Rheinmetall MAN Military Vehicles derzeit einen für Militäreinsätze aufgerüsteten VW Amarok.

Der „Amarok M“ in der bewaffneten Version.

Foto: Rheinmetall

Der „Amarok M“ in der bewaffneten Version. Foto: Rheinmetall

Der zivil vielseitig verwendbare Pick-up, der derzeit im argentinischen Pacheco und bald auch bei VW Nutzfahrzeuge in Hannover gebaut wird, wird in Paris als „Amarok M“ (für Military) gezeigt.

„Rheinmetall zeigt auf der Eurosatory 2012 einen ’Amarok M‘ für Spezialkräfte mit einer elektrisch unterstützten Ringlafette für mittlere und schwere Maschinengewehre oder Granatmaschinenwaffen“, heißt es in einer Mitteilung von Rheinmetall. Das Düsseldorfer Unternehmen ist zu 51 Prozent an dem gemeinsam mit MAN betriebenen Kooperationsunternehmen Military Vehicles beteiligt. MAN wiederum gehört jetzt zum Volkswagen-Konzern. Auf Nachfrage hieß es von Volkswagen, auch diese MAN-Beteiligung gehöre jetzt zum Volkswagen-Konzern.

Der VW-Truck wird als leichtes Mehrzweckfahrzeug vermarktet. Allerdings will VW nichts mit dem für den Kriegseinsatz tauglichen Modell zu tun haben. „Es gibt keine diesbezüglichen Kooperationen oder Vereinbarungen“, sagte Andreas Meurer, Sprecher von VW Nutzfahrzeuge, auf Anfrage unserer Zeitung. Es bestehe Klärungsbedarf. Dass VW-Modelle für polizeiliche oder militärische Zwecke umgebaut werden, ist nicht ungewöhnlich. Das österreichische Bundesheer orderte beispielsweise vor einigen Jahren hundert Touareg-Geländewagen zum Stückpreis von 33 000 Euro – allerdings ohne Panzerung und Bewaffnung. Die Bundeswehr wiederum fährt den zum „Widder“ umgerüsteten Bulli der Wolfsburger.

Auf Umbauten ohne Waffensysteme hat sich die Firma Freytag spezialisiert. Geschäftsführer Heinrich Thies sagte unserer Firma, dass er auch Amarok-Modelle umrüste. Allerdings ohne Waffen-Module. „Das dürfen wir nicht und das wollen wir auch nicht“, sagte Thies unserer Zeitung. Rheinmetall ist indes weltweit im Rüstungsgeschäft (und als Automobilzulieferer) tätig.

Mit dem Amarok will das Unternehmen über die Tochterfirma in München sein „Portfolio“ um einen leichten Geländewagen erweitern. „Der ’Amarok M‘ ist ein individuell für den Kunden konfiguriertes leichtes Mehrzweckfahrzeug, welches durch die Integration von Rüstsätzen eine Vielzahl von militärischen Missionen erfüllen kann. In der Kabine ist Platz für bis zu vier Soldaten mit voller Ausrüstung“, heißt es in der Pressemitteilung der Rüstungkonzerns. Gewehrhalter, Funkanlage mit Handapparat und ein großer Stauraum gehören zur Standardausrüstung. Zwar ist auf dem mit einem Maschinengewehr aufgerüsteten Messe-Modell das VW-Zeichen eingefärbt. Dennoch dürfte es dem Image des Wolfsburger Konzerns wenig zuträglich sein, sollten künftig tatsächlich Amaroks in Konflikten zum Einsatz kommen.

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