Kleiner Baby-Boom in Wolfsburg

Wolfsburg. Es ist ein kleiner Babyboom: Im vergangenen Jahr erblickten in Wolfsburg 1395 Jungen und Mädchen in Wolfsburg das Licht der Welt – und damit immerhin zehn Prozent mehr als 2011 (1260). Das gab das Standesamt gestern bekannt.

Der Geburtenrekord hatte sich angekündigt. Schon Mitte Juli verkündete das Klinikum Rekordzahlen. „Die Erwartungen haben sich voll bestätigt“, freut sich Klinikchef Wilken Köster. Allein im Juni waren im Klinikum 139 Kinder geboren worden – Rekord. Am Ende haben die Geburtshelfer 1358 Mal werdende Mütter in den Kreißsaal geschoben. „Mehr als 1300, das hatten wir schon lange nicht mehr. Darunter waren 16 Zwillingsgeburten“, so Wilken Köster. Vor Kapazitätsprobleme haben die vielen Geburten das Klinikum aber nicht gestellt. „Heutzutage bleiben die Mütter ja nur noch relativ kurz im Krankenhaus“, so Köster.

Für Probleme theoretischer Art könnte der Babyboom in der Stadtverwaltung sorgen. Die angepeilte Betreuungsquote für Unter-Dreijährige orientiert sich an älteren Geburtenzahlen – und die sind niedriger als die Zahl 2012. Für Oberbürgermeister Klaus Mohrs allerdings eher ein akademisches Problem: „Wir spüren, dass grundsätzlich die Nachfrage steigt. Da ist der Arbeitsmarkt entscheidender als die Geburtenrate.“ Das Geburtenplus sei daher für den Ausbau der Betreuung nicht entscheidend. „Wir richten uns nach dem Bedarf. Und der kann durchaus deutlich höher liegen als 60 Prozent.“ Auch in deisem Jahr starben mehr Wolfsburger als neue geboren wurde. 1503 Sterbefälle verzeichnete das Standesamt 2012 (2011: 1515). Ob Zufall oder nicht: Mit dem Baby-Boom sank auch die Zahl der Scheidungen in der Stadt von 391 (2011) auf 355 Fälle in 2012. Das gab das Amtsgericht bekannt. Im Gegenzug wagten 676 (2011: 679) Paare den Sprung in die Ehe und heirateten.

Kommentar-Profil anlegen
*Pflichtfelder
Captcha
    Weitere Artikel aus diesem Ressort