Wolfsburgs Freiwilligen Feuerwehren geht der Nachwuchs aus

Wolfsburg  Sie retten, bergen, löschen, schützen – und sie werden immer weniger. Vielen Freiwilligen Feuerwehren der Stadt gehen die Rettungskräfte aus.

Die Jugendfeuerwehr Warmenau bei einem Wettkampf im Sommer.

Foto: regios24/Mottl

Die Jugendfeuerwehr Warmenau bei einem Wettkampf im Sommer. Foto: regios24/Mottl

Die Freiwilligen Feuerwehren haben ein Nachwuchsproblem. Immer weniger Jugendliche treten bei, neue Freiwillige finden sich nur schwer und aus Altersgründen hängen viele Aktive die Schutzkleidung an den Haken. Die Personalknappheit am Löschschlauch könnte für die Stadt zum Problem werden.

Offenbar gehen die Überlegungen schon so weit, dass eine Verstärkung der gängigen Löschzug-Besatzung der Berufsfeuerwehr von 16 auf 18 Einsatzkräfte in Erwägung gezogen wird, um fehlende Freiwillige zu ersetzen. „Ja, das ist angedacht, aber noch ist nichts entschieden“, erklärte Feuerwehrsprecher Marco Nicolai gegenüber unserer Zeitung. Noch sei es im Einsatzfall nicht zu Engpässen gekommen, versicherte Nicolai. Doch dafür gibt es eine Erklärung: Schon seit mehreren Monaten werden im Bedarfsfall zusätzlich zur Berufsfeuerwehr nicht nur ein bis zwei, sondern gleich zwei bis drei angrenzende Ortswehren alarmiert. So soll sichergestellt werden, dass auf jeden Fall genug Helfer vor Ort eintreffen.

Nicht überall ist der Mitgliederschwund schon ein Problem. Doch wenn tagsüber etwas passiert, klemmt es überall. Viele aktive Feuerwehrleute arbeiten tagsüber und können nicht immer schnell genug am Einsatzort eintreffen. Manche Wehren haben es mit sehr offensiv betriebener Werbung geschafft, ihren Aktiven-Stamm auf einem konstant stabilen Niveau zu halten.

„Das Klinkenputzen zahlt sich aus“, berichtet Stadtbrandmeister Helmut von Hausen und nennt Vorsfelde und Heiligendorf als gelungene Beispiele. Das Land Niedersachsen hat ebenfalls die Initiative ergriffen und setzt auf eine große Imagekampagne gegen den allgemeinen Nachwuchsmangel in den Feuerwehren. Grundausstattungspakete mit Plakaten, Postern, Flyern und Info-Mappen wurden an die 3335 Feuerwehren schon im November verteilt. Seit Ende November läuft ein Werbespot in allen Kinos des Landes. „Keine Ausreden – Mitmachen“, lautet der einfache Slogan.

In Wolfsburg wird dieses Programm am heutigen Samstag gestartet. Um 11 Uhr soll am Feuerwehrhaus in Brackstedt ein Banner aufgehängt werden, und damit gerade in einem der Orte, wo die Feuerwehr schon arg zu kämpfen hat. Schwierig sei es insbesondere im nördlichen Stadtgebiet, auch in Kästorf und Warmenau, so die Einschätzung des Stadtbrandmeisters. „Es geht doch nicht nur um Brandschutz, sondern auch um die Geselligkeit und die Nächstenhilfe. Es ist ein gesellschaftspolitisches Problem.“

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