Bauen am Dietzebergweg – zwei Lager im Ortsrat

Wolfsburg  Der Antrag zur Prüfung eines möglichen Baugebiets am Nordwestrand von Sülfeld scheiterte an der Stimmengleichheit.

Hinter der Ecke Dietzebergweg/Auf dem Dietzeberg erstreckt sich die angedachte Baugebiets-Fläche.

Foto: regios24/Lars Landmann

Hinter der Ecke Dietzebergweg/Auf dem Dietzeberg erstreckt sich die angedachte Baugebiets-Fläche. Foto: regios24/Lars Landmann

Nicht alle Anträge, die von den Fraktionen eingebracht werden, kommen auch durch. Dass ein Antrag aber so knapp abgeschmettert wird, dass es knapper nicht geht, kommt selbst im Ortsrat Fallersleben/Sülfeld selten vor. Ist aber in der jüngsten Sitzung so geschehen – als es um die Idee eines weiteren Neubaugebiets für Sülfeld ging.

Von der CDU stammte der Antrag, die Verwaltung mit der Prüfung der Freifläche am Dietzebergweg auf ihre Eignung als Baugebiet zu beauftragen. Doch der Antrag scheiterte knappstmöglich: Bei acht Ja- und acht Nein-Stimmen sowie zwei Enthaltungen fiel er durch. Die WN hakten nach, was es mit der Idee für ein weiteres Baugebiet am Nordwestrand von Sülfeld auf sich hat.

„Die breite Masse der Bauwilligen sucht vor allem in Fallersleben und Sülfeld“, erläuterte CDU-Fraktionssprecher Bernd Hartmann den Vorstoß. Daher habe sich das Sülfelder CDU-Ortsratsmitglied Henning Ernst im Ort umgeschaut.

An Ort und Stelle erläuterte Ernst den WN, warum er die 2,5 Hektar große Ackerfläche an der Ecke Dietzebergweg/Auf dem Dietzeberg für geeignet hält: „Es gäbe aufgrund der möglichen Anbindung an die Calberlaher Straße keine Belastung mit Verkehr mitten durch Sülfeld.“ Zudem findet er, dass eine Arrondierung des Orts dort sogar besser möglich sei als mit dem unter Naturschutz-Gesichtspunkten problematischen Cocksfeld. Auch den Lärmschutz sieht er nicht als Hindernis: Die Bahnstrecken seien ausreichend weit weg, und gegen den Verkehr auf der Calberlaher Straße müsste das Areal wie andere Baugebiete auch durch einen Lärmschutzwall abgeschirmt werden, argumentiert er.

PUG-Fraktionssprecher Theodor Kanzler hatte sich das Gelände vor der Ortsratssitzung sogar mit Ernst angesehen. „Es sieht so schön aus, aber wir haben in der Fraktion nochmal darüber beraten“, berichtet Kanzler. Dabei sei man zu dem Schluss gekommen, dass die Fläche nicht als Wohngebiet geeignet sei. „Die Anwohner des Dietzebergwegs sind so schon umzingelt von Lärm von den beiden Bahnlinien und durch die Landesstraße 292 – durch weitere Autos aus einem Baugebiet würde das noch mehr werden. Die, die dort bauen, werden dort nicht glücklich.“ Außerdem habe das Gelände „gar nichts mehr mit dem Ort zu tun, das ist nicht mehr Sülfeld“. Vielmehr sollte man nicht auch noch das bisschen Natur im Wäldchen angreifen, „das sicher beeinträchtigt würde.“

Das sieht auch Uschi Mrongovius (Grüne) so: „Das ist eine schöne grüne Ecke am Rande von Sülfeld. Ich habe mich enthalten, denn ich finde auch, die Verwaltung sollte erstmal die Baugebiete abarbeiten, die wir auf der Liste haben.“

„Da schlagen zwei Herzen in meiner Brust“, sagt dagegen Angelika Stalhut (SPD), die für den Antrag gestimmt hatte. „Wir wollten die Fläche zumindest prüfen lassen. Aber andererseits kann man nicht alle Ackerflächen zubauen – wir haben doch noch Landwirtschaft im Ort.“

Die Verwaltung hält sich erstmal zurück: „Die Stadt prüft grundsätzlich alle Vorschläge, ist aber auch an die Entscheidungen in politischen Gremien gebunden“, teilt Stadt-Sprecher Ralf Schmidt mit. „Vor dem Hintergrund haben aktuell andere Flächen Vorrang.“

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