Nur wenig Wohnraum für Wolfsburger Sozialhilfeempfänger

Wolfsburg  Glaubt man einer Studie des Pestel-Instituts, fehlen in Wolfsburg Sozialwohnungen. Die Stadt selbst bestätigt das Problem aber nicht.

In Wolfsburg finden sich kaum Wohnungen, die von der Arge bezahlt würde. Symbolbild: Holger Hollemann/dpa

In Wolfsburg finden sich kaum Wohnungen, die von der Arge bezahlt würde. Symbolbild: Holger Hollemann/dpa

Laut der Untersuchung würden 73 Sozialwohnungen pro 1000 Einwohner benötigt. Wohnungen, die von der Arge bezahlt werden, dürfen für Alleinstehende höchsten 50 Quadratmeter groß und nicht teuer als 394 ohne Heizkosten sein. Ein Blick auf das Internetportal Immoscout24 zeigt: Solche Wohnungen sind in Wolfsburg kaum zu finden, gestern gab es im Angebot überhaupt keine Wohnung, die den Kriterien entsprach.

Für die Stadt liegt das Problem aber woanders. „Der Ansatz, preiswertes Wohnen an der Zahl der Sozialwohnungen festzumachen, geht nach Eisschätzung der Stadt an der Zielsetzung vorbei, vergleichsweise bezahlbaren Wohnraum für alle Nachfragegruppen anzubieten“, sagte Stadtsprecher Ralf Schmidt auf Anfrage der WN. Die Krux sei vielmehr, dass es einfach überhaupt keine Wohnungen gibt.

„In Wolfsburg gibt es aktuell einen Mangel an Wohnraum. Alle Wohnungen sind vermietet. Mieter nehmen auch Wohnungen, die nicht ihren eigentlichen Wohnansprüchen und Wünschen entsprechen“, so Schmidt weiter. Auf die absolute Zahl bezogen fehlten in Wolfsburg aber keine Wohnungen, die für Empfänger von Sozialleistungen geeignet seien. Allerdings konzentriere sich auch die Nachfrage von Studenten, Auszubildenden, Berufseinsteigern, Senioren oder auch jungen Familien auf diese Angebote. Die Bauprojekte der Stadt sollen hier Abhilfe schaffen. Laut Schmidt sollen vor allem Wohnungen im mittleren Preissegment entstehen: „Wir erwarten, dass Besserverdienende dann von den günstigen in die neuen Wohnungen umziehen, und so wieder preiswerter Wohnraum frei wird.“

Die Stadt verfügt zurzeit über etwa 720 geförderte Wohnungen. Hinzu kommen gut 330 Wohnungen, für die der Stadt eine Belegungsbindung, also ein Mietervorschlagsrecht zusteht, dieses wird aber laut Schmidt nicht ausgeübt.

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