Polizei stellte Pädophilen an Wolfsburger Spielplatz

Wolfsburg  Zahlreiche kinderpornografische Bilder fand die Polizei bei einem Mann. Gestern stand er in Wolfsburg vor dem Amtsgericht.

Über Jahre hinweg sammelte der Angeklagte Kinderpornografie.

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Über Jahre hinweg sammelte der Angeklagte Kinderpornografie. Foto: dpa

Die Polizei war auf den Mann aufmerksam geworden, da er sich auffällig an Kinderspielplätzen in der Stadt herumtrieb. Als Beamte sein Auto und seine Wohnung durchsuchten, fanden sie zahlreiche kinderpornografische Videos und Bilder. Gestern stand der Mann vor dem Amtsgericht. Beschaffung und Besitz von kinderpornografischen Schriften lautete der Vorwurf.

Der Angeklagte gab zu, über Jahre hinweg Bilder und Videos gesammelt zu haben. Zu Zeiten, in denen er keinen eigenen Computer besaß, filmte er die Clips mit einer Kamera in einem Internet-Café vom Bildschirm ab. „Ich kann nicht richtig erklären, wie das gekommen ist. Ich war geschockt, als ich in der Anklageschrift gelesen habe, wie viele Bilder und Filme das waren“, sagte er aus. Getrieben habe ihn eine Mischung aus unterdrückten pädophilen Neigungen und Stress. „Ich bin in der Privatinsolvenz. Meine Ehe ist zerbrochen und ich habe gesundheitliche Probleme“, erklärte er.

Seit Sommer sei er aber in Therapie. „Das hilft mir sehr. Ich habe ein gutes Verhältnis zu meinem Therapeuten. Ich habe mir eingestanden, dass ich ein Problem habe, und will daran arbeiten.“ Diese Tatsache wertete das Schöffengericht positiv und wählte einen Weg, der den Mann vor dem Gefängnis bewahrte.

Der Angeklagte lebt bereits mit einer zweijährigen Freiheitsstrafe, die auf Bewährung ausgesetzt ist. Verurteilt wurde er wegen schwerem sexuellen Missbrauch von Kindern. Eigentlich sieht das Rechtssystem es nicht vor, dass eine mehr als zweijährige Haftstrafe – und zu der wäre es gekommen, wäre das Strafmaß beider Fälle addiert worden – zur Bewährung ausgesetzt wird. „Der Angeklagte ist auf einem guten Weg. Mit einer Haft, in der es keine Therapie gibt, wäre dieser Weg verstellt“, sagte die Staatsanwältin in ihrem Plädoyer. Das Gericht schloss sich ihrer Forderung an und verurteilte den Mann zu einer Geldstrafe von 240 Tagessätzen zu je 25 Euro.

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