Nächster Anlauf für Schloss-Aufzug in Fallersleben

Wolfsburg  Die Stadtverwaltung ließ eine SPD-Ratsanfrage zum Sachstand inhaltlich unbeantwortet. Zuerst wird der Ortsrat über neue Ergebnisse informiert

Im März/April waren als Entscheidungshilfe Aufzug-Modelle am Fallersleber Schloss aufgebaut.

Foto: regios24/Helge Landmann

Im März/April waren als Entscheidungshilfe Aufzug-Modelle am Fallersleber Schloss aufgebaut. Foto: regios24/Helge Landmann

Das Tauziehen um den Aufzug am Schloss geht weiter. Dieses Mal will die Verwaltung dem zuletzt so massiv eingeforderten Wunsch des Ortsrates nachkommen und alle Neuigkeiten zuerst mit den Ortsratsmitgliedern in kleiner Runde erörtern.

Für Dienstag, 20. November, steht ein Bericht der Verwaltung zur Barrierefreiheit am Schloss Fallersleber auf der Tagesordnung der öffentlichen Ortsratssitzung. Nach WN-Informationen wird es zusätzlich einen Ortstermin zum Thema für alle Ortsratsmitglieder in der kommenden Woche geben – nichtöffentlich. Gestern Morgen lud Stadtplanungs-Geschäftsbereichsleiter Kai-Uwe Hirschheide per Mail dazu ein.

Zuletzt war die Diskussion um den besten Standort für einen Aufzug am Schloss ins Stocken geraten, weil die Verwaltung die Prüfung von Innenlösungen in Auftrag geben musste, nachdem die zwei Außenvarianten im Innenhof und an der Eingangsseite von Ortsrat und Bürgerschaft beziehungsweise Museumsleitung und Verwaltung wieder verworfen worden waren.

Im August machten sich dann Stefan Winghart, Präsident des Landesamts für Denkmalpflege, und sein Stellvertreter Reiner Zittlau ein Bild vor Ort. Seitdem drangen keine Einzelheiten mehr nach außen. Die Untere Denkmalschutzbehörde muss zwar den Bau genehmigen, braucht dazu aber auch eine positive Stellungnahme des Landesamts. Rocco Curti vom Landesamt sagte den WN: „Ich kenne keine Kommune, die wie Wolfsburg sogar mit Modellen gearbeitet hätte. Das gibt es sonst nur in der Schweiz und auch dann nur bei Gebäuden von hohem Stellenwert.“ Aber: „Am Ende muss eine politische Entscheidung getroffen werden. Wir sagen nur, was als denkmalverträglich einzustufen ist.“

Unterdessen hatte SPD-Ratsherr Frank Helmut Zaddach mehrfach versucht, in Anfragen die Verwaltung zu einer öffentlichen Diskussion zu bewegen. „Ich finde den Umgang der Verwaltung mit dem Rat in dieser Sache nicht in Ordnung“, erklärte er auf WN-Nachfrage. Obwohl er von der Verwaltung gebeten war, seine Ratsanfrage zum Sachstand zurückzuziehen, weil – so die Begründung – der Oberbürgermeister zunächst mit dem Ortsrat sprechen will, hielt Zaddach für die gestrige Ratssitzung dennoch daran fest: „So habe ich zumindest meine Pflicht getan.“ Er hält den Aufzug für eine Angelegenheit, die über die Ortsteilgrenzen hinaus Bedeutung hat.

In seiner Anfrage hatte Zaddach nachgehakt, woraus die Verwaltung die Zuversicht schöpft, dass die Denkmalbehörde – in Abweichung zu ihrer bisherigen Auffassung – einer Innenlösung zustimmen wird, und das noch in diesem Jahr. Zudem fragte er, was passiert, wenn die Zustimmung für eine Innenlösung verweigert wird. Aber vor allem möchte der Kulturexperte wissen, wann das nun schon seit mehreren Jahren geschlossene Museum seine Pforten wieder öffnet. Wer beispielsweise die aktuelle Ausstellung der Mäusewerkstatt sehen möchte, muss sich vorher anmelden.

Stadtbaurätin Monika Thomas verwies am Mittwoch im Rat als Antwort auf die Anfrage auf die zunächst geplante Information des Ortsrats.

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