Erster Erfolg für Lärmschutz-Bürgerinitiative

Wolfsburg  Das Gutachten über die Lärmbelästigung entlang der A 39 in Wolfsburg ist fertig. Eine große Informationsveranstaltung findet am 5. Dezember statt.

Schon heute ist das Verkehrsaufkommen und damit der Lärm auf der Autobahn 39 insbesondere am Mörser Knoten enorm. Foto (Archiv): Klaus Helmke

Schon heute ist das Verkehrsaufkommen und damit der Lärm auf der Autobahn 39 insbesondere am Mörser Knoten enorm. Foto (Archiv): Klaus Helmke

Die A39-Lärmschutz- Bürgerinitiative kann einen ersten Erfolg verbuchen: Das Gutachten, das die Stadt auf Drängen der Initiative beauftragt hat, liegt vor und gibt der BI Recht: Die Grenzwerte werden überschritten.

„Wir haben damit einen Meilenstein erreicht“, sagt Mitstreiter Uwe Cohrs. „Auf unser Drängen hin hat der Stadtrat die Stadt beauftragt, das Lärmgutachten zu erstellen. Jetzt ist die Frage, wie Stadt und Bund darauf reagieren.“

Unter anderem war der Lärmschutz mit der Begründung abgelehnt worden, dass die Verbindung von der Autobahn 2 bis zum VW-Werk eine so genannte Sackgassenlösung sei, also im Grunde keine Autobahn. Doch auch dafür gelten Dezibel-Höchstwerte, die laut Gutachten bei rund 63 000 Pkw täglich eben überschritten werden.

Prognosen gehen davon aus, dass sich das Verkehrsaufkommen mit dem Ausbau der A 39 auf täglich 120 000 Fahrzeuge verdoppeln wird. „Vor allem der Lkw-Verkehr wird überproportional zunehmen“, sagt Uwe Birnbaum von der Bürgerinitiative. Sollte die Autobahn gar sechsspurig ausgebaut werden – wie von VW gewünscht – wären laut Gutachten Lärmschutzvorkehrungen unumgänglich.

Alles über das Gutachten können die lärmgeplagten Anrainer der A 39 am Mittwoch, 5. Dezember, 19.30 Uhr aus erster Hand bei einer Informationsveranstaltung in der Gaststätte Chris Inn in Mörse erfahren, zu der die Bürgerinitiative einlädt. Zugesagt haben neben dem Gutachter auch Oberbürgermeister Klaus Mohrs und weitere politische Vertreter. Von ihnen erwartet die BI konkrete Antworten.

Der Umweltamtsleiter Dr. Horst Farny bewertet das Gutachten aus der Sicht der Stadt. Die Task-Force Verkehr von VW und Stadt, die moderne Lösungen für den dramatisch gestiegenen Pendelverkehr ins VW-Werk entwickeln will, berichtet über ihren Arbeitsstand. „Wir wollen wissen, was die Stadt gemeinsam mit VW anschiebt“, betont Birnbaum.

Die Bürgerinitiative beschränkt sich nicht allein auf ihre Wurzeln in Mörse und Fallersleben. Vielmehr versteht sie sich als Sprachrohr aller lärmgeschädigter Wolfsburger Autobahnanrainer. Wenn 2013 das Planfeststellungsverfahren für den Lückenschluss der Autobahntrasse beginnt, an dem Wolfsburg als erstes beteiligt wird, will sich die Bürgerinitiative unbedingt Gehör verschaffen. „Wir haben in der Runde einen Beobachterstatus“, sagt BI-Sprecher Wilhelm Lieven junior.

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