Anwohner wollen keinen Anbau am Wolfsburger Parkhotel

Wolfsburg  Ein möglicher Erweiterungsbau des Parkhotels steht am Donnerstag auf der Tagesordnung des Ortsrats Stadtmitte. Bei den Anwohnern regt sich Widerstand.

Das Parkhotel soll erweitert werden. Doch die Anwohner sehen ihr ruhiges Wohngebiet durch noch mehr Hotelgäste in Gefahr.

Foto: regios24/Mottl

Das Parkhotel soll erweitert werden. Doch die Anwohner sehen ihr ruhiges Wohngebiet durch noch mehr Hotelgäste in Gefahr. Foto: regios24/Mottl

„Einen Anbau am Parkhotel wollen wir nicht mittragen. Das Hotel spielt hier optisch eine große Rolle und darf nicht einfach aus dem Denkmalschutz ausgenommen werden“, findet Wieland Gottschalk, der in der Straße Unter den Eichen wohnt. Auch fehlten schon heute genügend Parkplätze, so dass für die Autos zusätzlicher Hotelgäste gar kein Platz sei. Das Verkehrsaufkommen sei in den vergangenen Jahren sowieso schon gestiegen. „Wir wollen auch keinen Baulärm“, so Gottschalk.

Deshalb organisiert er jetzt eine Bürgerinitiative, die zwei zentrale Forderungen an den Rat der Stadt stellt. Erstens soll der Erweiterung des Hotels nicht zugestimmt werden, zweitens soll das Parkhotel keine Boardinghäuser mehr betreiben dürfen. Tatsächlich fühlen sich die Anwohner belästigt, weil das Hotel 39 Wohnungen im Stadtteil gekauft oder gemietet hat und nun seinen Gästen zur Verfügung stellt.

„Wir kennen die Leute in unserem Haus nicht mehr“, erzählt Monika Kulik. In ihrem Sechs-Parteien-Haus werden vier Wohnungen vom Parkhotel genutzt. „Ständig laufen Gäste mit Koffern durch den Hausflur. Und dann kommen die Putzfrauen. Dann liegen im Flur Wäscheberge und Müll“, sagt Kulik. Die Klingel an ihrer Wohnungstür hat das Ehepaar längst abgeschaltet: Hotelgäste hätten ständig geklingelt, um hereingelassen zu werden.

Ortsbürgermeister Detlef Conradt weiß um das Problem. „Ich habe die Verwaltung beauftragt, die Situation zu prüfen. Gegen Boardinghäuser können wir nur wenig machen. Sollte sich aber herausstellen, dass das Parkhotel die Wohnungen als richtige Hotelzimmer nutzt, dann ist das nicht zulässig und wir werden auf jeden Fall handeln.“ Den Erweiterungsbau sieht Conradt aber positiv: „Argumente wie Baulärm lasse ich nicht gelten. Wer in der Stadt lebt, muss auch mit der Stadt leben.“

Hotel-Mitarbeiterin Susanne Wallishauser weiß, dass ihr Chef im Dialog mit den Anwohnern und der Stadt steht. „Unserem Geschäftsführer Roland Lohss ist ein gutes nachbarschaftliches Miteinander wichtig“, sagt sie. Wallishauser wohnt selbst am Steimker Berg. Als Anwohnerin findet sie: „Das Hotel tut viel. Die Nachbarn kommen gern zu Veranstaltungen wie Sommerfest oder Martinsumzug.“

Wieland Gottschalk hofft dennoch, dass neben ihm viele andere Bewohner in den Ortsrat kommen, um ihren Unmut zu äußern. Die Sitzung beginnt am Donnerstag um 18 Uhr im Sitzungszimmer A des Rathauses.

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