Krieg auf VW-Parkplatz?

Wolfsburg  Offenbar gibt es einen Unbekannten, der Wagen zerkratzt, die beim Tor 6 falsch parken und so die freie Fahrt versperren.

Die Parkplatznot rund ums Stammwerk, die trotz zahlreicher Maßnahmen der „Task Force Verkehr“ immer noch fortbesteht, macht aus manchen VW-Mitarbeitern gelegentlich Falschparker. Am Tor 6 an der Heinrich-Nordhoff-Straße gegenüber der Aral-Tankstelle stellen sie ihr Auto in zweiter Reihe auf dem Streifen ab, der für die Ab- und Zufahrt zu den Parkplatzbuchten bestimmt ist. Das scheint dem Unbekannten nicht zu passen.

Eine Mitarbeiterin von Volkswagen machte die WN-Redaktion auf das Thema aufmerksam. Sie zeigte ihr Auto – auf der Fahrerseite ziehen sich vom Kotflügel bis zum Heck zwei tiefe Risse durch den Lack. „Vormittags ist es auf dem Parkplatz fast unmöglich, dort noch einen freien Parkplatz zu finden, es sei denn, man läuft mehrere Hundert Meter“, berichtet sie. Zweimal innerhalb von gerade einmal eineinhalb Wochen hatte es schon der Unbekannte auf ihren Wagen abgesehen. „Ich hatte eigentlich vor, mir einen Golf 7 zu leasen, doch nun habe ich Angst davor, dass das Auto dann ebenfalls ständig zerkratzt wird – und das ausgerechnet auf einem VW-Parkplatz“, meint sie.

Die WN waren vergangene Woche vor Ort und schauten sich auf dem Parkplatz am Tor 6 um: Bei vielen Fahrzeugen, die dort abgestellt waren – vornehmlich die, die auf der Zufahrtspur falsch parkten –, war der Lack zerkratzt. Eine Neulackierung kostet gleich mehrere Hundert Euro. Noch ärgerlicher wird es, wenn es sich bei dem beschädigten Auto um ein Leasing-Fahrzeug handelt.

Man konnte aber auch dies beobachten: Fahrer, die nach Schichtende mit ihrem Auto den Parkplatz verlassen wollten und schwer mit den Lenkrädern kurbelten, um die im Weg stehenden Autos zu umkurven, ohne diese Wagen oder das Metallgitter zur Heinrich-Nordhoff-Straße zu touchieren. Ein Werker meinte gegenüber den WN: „Es wird Zeit, das gegen Falschparker endlich was unternommen wird.“ Herrscht Krieg auf den VW-Parkplätzen?

Auf Nachfrage unserer Zeitung konnte Werkssprecherin Heidrun Reimann wenig sagen. Bei der Werkssicherheit habe sich bislang kein Kollege gemeldet, dessen Auto am Tor 6 zerkratzt wurde.

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