Manchem Retter stockt der Atem

In einer schauerlich-realistischen Übung bereiten sich die Hilfskräfte unserer Stadt auf den Notfall vor

In einer bis ins letzte Detail vorbereiteten Übung haben sich die Rettungskräfte unserer Stadt am Wochenende für den Ernstfall gewappnet. Die Helfer gingen von einem schweren Sturm aus, der bei Brackstedt eine 30-köpfige Gruppe von Wanderern verletzte.

Der Malteser-Hilfsdienst aus Wolfsburg hatte die Übung und damit ein wahres Horror-Szenario inszeniert, wie man es in unserer Region nur aus dem Fernseher kennt. Eine Windhose, so die Annahme, zieht am Samstag eine regelrechte Schneise durch das Waldstück. Sechs Wanderer werden durch umstürzende Bäume und herumfliegende Äste lebensgefährlich verletzt, der Rest der Gruppe kommt mit schweren und leichten Verletzungen davon. Schauderlich realistisch sind die Wunden, die die vermeintlichen Verletzten davon getragen haben.

Die Opfer sind in Wirklichkeit allesamt Mitglieder der Realistischen-Notfall-Darstellung (RND) der Malteser. Sie lassen manchem Retter in den ersten Minuten einen kalten Schauer über den Rücken laufen. Ob schwere Augenverletzung oder in Oberschenkel eingearbeitete Fremdkörper – die Verletzungen wirken allesamt täuschend echt.

Nach der Alarmierung trifft die Schnelleinsatzgruppe (SEG) aus Helmstedt unter Gruppenführer Thomas Exner als erstes an der Einsatzstelle ein. "Zunächst galt es, sich ein Bild von der Lage zu verschaffen und die so genannte Crashrettung einzuleiten", schildert Exner. Die Helfer müssen möglichst viele der weit im Wald verteilten Opfer finden und betreuen, wenn möglich auch direkt bergen und zu der Sammelstelle für die Verletzten bringen.

Zur Verstärkung wurden auch die SEGs der Malteser und des DRK Wolfsburg sowie die Freiwillige Feuerwehr Kästorf-Warmenau alarmiert, während die Berufsfeuerwehr mit dem "Abrollbehälter" anrückt. In zwei Versorgungszelten werden die Verletzten von den Rettungskräften und zwei Ärzten betreut.

"Die Übung verlief im Großen und Ganzen ganz gut, wenngleich es das eine oder andere sicherlich zu verbessern gibt", bilanzierte Maren Schmidt vom RND der Wolfsburger Malteser.

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