Weihnachtlicher Gottesdienst vor dem Atommülllager

Remlingen  Bei der Asse-Andacht vor dem Weihnachtsfest wurden in Remlingen „notwendige Grenzerfahrungen“ betont.

Licht, Lieder und Hoffnung waren die Botschaft der 19. Asseandacht zum Weihnachtsfest.

Foto: Stephan Querfurth

Licht, Lieder und Hoffnung waren die Botschaft der 19. Asseandacht zum Weihnachtsfest. Foto: Stephan Querfurth

Woher kommt uns Hilfe, woher Hoffnung? Wie soll es weitergehen? Wie kann Mensch das aushalten? Fragen, mürbende existenzielle Fragen, die nicht nur vor weit über 2000 Jahren von den Dichtern der Psalmen in der Wahrnehmung ihrer damaligen Not und Bedrohung gestellt wurden, sondern am Tag vor Heiligabend oben in der Asse, direkt am Tor des mittlerweile bundesweit bekannten Asseschachtes.

„Einen Schritt nur von Weihnachten entfernt“, wie Pastoralreferent Jürgen Selke-Witzel, Umweltbeauftragter der Diözese Hildesheim, sagte. Ein Kreuz aus 66 Teelichtern leuchtete auf dem nassen Asphalt am Eingang vor der Atommülllager. Viele Menschen waren mit Kerzen und Laternen zu Andacht und Gebet zusammengekommen. So werden oft in der Menschheitsgeschichte Leute beieinander gestanden haben, in ihren Sorgen und Nöten, um Rat und Hoffnung gebeten haben. Und manchmal haben sie den Zuspruch eines „Fürchtet euch nicht“ erfahren.

Es war die 19. Asseandacht, die viele Fragen in eine kalte vorweihnachtliche Nacht stellte. Aber auch Bitten um Zuversicht, Glauben und Hoffnung. Da hatten sich vorweihnachtlich viele Menschen in Kälte und Dunkelheit zusammengefunden.

Im Gespräch und gemeinsamen Gebet suchten sie nach einem Weg aus der Angst heraus, was da noch passieren werde. Gleichzeitig gaben sie ihrer weihnachtlichen Freude Ausdruck, dass Gott Mensch geworden sei.

Das jetzt zu Ende gehende Jahr habe gezeigt, dass in der Asse viel Unrecht geschehen sei, sagte Selke-Witzel. Er zitierte den 8. Psalm und sprach seine Hoffnung aus, dass Gott seine Schöpfung nicht allein lasse werde.

Pastor Bernhard Kiy, Umweltbeauftragter der Evangelisch-lutherischen Landeskirche in Braunschweig, sprach von der „Hoffnung auf Erlösung, Auflösung, von dem, was uns krank macht und verunsichert.“

Grenzerfahrungen seien notwenig, um denen Augen und Ohren zu öffnen, die wegsehen, aber auch, um sich selber Mut zu machen. „Gott wird Mensch, dass uns ein Licht aufgeht“, so seine Weihnachtsbotschaft aus der Asse.

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