Parkanlagen als Zeugnisse einer besonderen Gartenkunst

Wolfenbüttel  Im Landkreis Wolfenbüttel gibt es noch viele besondere Gärten und Parkanlagen zu entdecken.

Schloss und Park Salzdahlum (Grafik) waren für den Adel bei Hof ein Ansporn, eigenen Landsitze und -gärten umzugestalten.

Foto: AG gebautes Erbe

Schloss und Park Salzdahlum (Grafik) waren für den Adel bei Hof ein Ansporn, eigenen Landsitze und -gärten umzugestalten. Foto: AG gebautes Erbe

Historische Gärten und Parks gibt es im Landkreis Wolfenbüttel mehr als man denkt. Zwar sind viele Gärten nicht mehr im Ursprungszustand oder sie sind im Laufe der Jahrhunderte umgestaltet worden. Aber sie existieren noch, sind allerdings nur zum Teil für die Öffentlichkeit zugänglich.

Die Aufarbeitung der Geschichte dieser besonderen Gärten hat jedoch erst begonnen. Das aktuelle Heimatbuch des Landkreises Wolfenbüttel leistet für diese Aufarbeitung einen wichtigen Beitrag. Dort gibt es nicht nur einen einführenden Beitrag von Gesine Schwarz, sondern auch vertiefende Beiträge über einzelne Anlagen.

„Gärten sind künstlich geschaffene Orte mit ganz eigener Geschichte, die von individuellem Lebensgefühl, familiärer gesellschaftlicher Stellung und jeweils herrschendem Zeitgeist berichten“, hat Gartendenkmalspfleger Rainer Schomann in einem Bildband über den Landkreis Wolfenbüttel geschrieben. Die planvoll angelegten Gärten und Parkanlagen sind Zeugnisse einer Gartenkunst, die sich bis in die Zeit der Renaissance und des Barock zurückverfolgen lässt.

Schwarz hat Beispiele chronologisch aufgelistet. Von den ältesten Gärten gibt es jedoch keine bildlichen Darstellungen. Es sind die im Mittelalter zu jedem Kloster gehörenden Gärten, die unterteilt waren in Kräuter-, Gemüse- und Baumgärten. Im Kloster Drübeck im Harz ist eine derartige Anlage noch zu sehen. Im Kreis Wolfenbüttel wird es Klostergärten in Dorstadt und Heiningen gegeben haben, vermutet Schwarz.

Beispiele von Renaissancegärten sind dagegen belegt. Sie befanden sich sowohl in der Nähe des Schlosses Wolfenbüttel als auch in Hedwigsburg oder bei den Herrensitzen in Groß Vahlberg, Veltheim/Ohe oder Remlingen.

Vom größten Barockgarten im Landkreis gibt es zwar keine Überreste mehr, aber Zeichnungen, wie er ausgesehen hat. Es handelt sich um den Garten des Schlosses Salzdahlum. Weitere Barockgärten gab es in Destedt, Sambleben, Watzum, Achim, Linden und Sickte.

Gärten des Rokoko waren sowohl beim Schloss zu finden als auch in Schliestedt und Groß Stöckheim. Auch hier ist der größte, Antoinettenruh am Neuen Weg, nicht mehr vorhanden.

Landschaftsgärten der Herzöge sind nicht nur beim Schloss Richmond in Braunschweig zu finden, sondern auch bei den umgestalteten Herrensitzen in Ampleben, Halchter, Groß Vahlberg, Groß Denkte, Lucklum und Hedwigsburg.

Schließlich erwähnt die Autorin auch noch besondere städtische Anlagen, die zwar nicht speziell als Garten oder Park angelegt wurden, aber sich im Laufe der Zeit dazu entwickelt haben – etwa die Wallanlagen entlang der 1798 geschleiften Befestigungsanlage, der Seeligerpark oder der Garten des benachbarten Kleinen Schlosses.

Ihren Übersichtsartikel im Heimatbuch beendet die Autorin mit einem Wunsch: „Es wäre zu wünschen, dass auch im Landkreis Wolfenbüttel die historischen Gärten immer häufiger der Allgemeinheit zugänglich gemacht werden.“

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