Leserkonferenz interviewte die Kandidaten für den Landtag

Wolfenbüttel  Die Leserkonferenz unserer Zeitung traf die Kandidaten für die Landtagswahl. Es ging darum, wie der Landkreis attraktiver werden könnte.

Die Landtagskandidaten mit den Mitgliedern der Leserkonferenz und Redaktionsleiterin Stephanie Memmert (vierte von rechts).

Foto: Kai-Uwe Ruf

Die Landtagskandidaten mit den Mitgliedern der Leserkonferenz und Redaktionsleiterin Stephanie Memmert (vierte von rechts). Foto: Kai-Uwe Ruf

Andreas Meißler stellte die fast allumfassende Frage, als die Leserkonferenz unserer Zeitung die Landtagskandidaten aus den Wahlkreisen 9 und 10 traf. „Wer gewinnt den Wettbewerb um die Familien“, fragte das Leserkonferenz-Mitglied: „Was muss getan werden, um Bildung und Bevölkerungsentwicklung im Kreis voranzubringen?“

Die zehn Landtagskandidaten, die zum Treffen gekommen waren – Berndt Roick (Linke) war gesundheitlich verhindert – stimmten bei der Benennung der Probleme meist überein. Ihre Lösungsansätze gingen aber oft weit auseinander.

„Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist ganz wesentlich“, sagte Björn Försterling (FDP): „Wir wollen möglichst viele Grundschulen und die Zahl der Grundschulleiter erhalten.“ Das werde etwa 700 000 Euro kosten und sei bezahlbar. Bei den Kinderkrippen sei der Landkreis bereits gut aufgestellt. Den Bevölkerungsrückgang könne man aber nur stoppen, wenn man für mehr Arbeitsplätze sorge.

Kinderkrippen, Grundschulen, Schülerbeförderung seien wichtig, um den Landkreis attraktiv zu machen, betonte Marcus Bosse (SPD). Ganztagsangebote müsse es auch an den Grundschulen geben. „Ob das alles reicht, wage ich dennoch zu bezweifeln. Die Menschen ziehen da hin, wo sie ihren Arbeitsplatz haben.“

„Arbeit ist das Wichtigste“, sagte auch Frank Oesterhelweg (CDU). Aber der Kreis brauche auch eine gute Infrastruktur. Breitbandausstattung, Dienstleistungsangebote und intelligente Lösungen für den Öffentlichen Personennahverkehr gehörten dazu.

Sven Hagemann (Grüne) setzte auf erneuerbare Energien, um Impulse und Arbeitsplätze in den ländlichen Raum zu bekommen. „Außerdem sollte man in den arbeitsintensiven Öko-Landbau investieren“, sagte er.

Bessere Angebote für Familien zu schaffen, setzte finanzkräftigere Kommunen voraus, merkte Victor Perli (Die Linke) an. Eine Gemeinde-Finanzreform sei daher nötig, um zu verhindern, dass mehr Bürger abwandern.

Bessere Lebensperspektiven seien nötig, um Bürger zu motivieren, mehr Kinder in die Welt zu setzen. „Kinder dürfen kein Armutsrisiko sein“, sagte Perli.

Olaf Herde (FDP) machte sich für mehr Mittelstandsförderung stark und betonte, wie wichtig es sei, ausreichend Radwege zu schaffen. Herde: „Ein neues Konzept einer Großregion Braunschweig sollte alle Lebensbereiche kostengünstig erschließen.“

Bettina Werner (CDU) ging auf kommunale Zusammenschlüsse ein. „Warum sollten sich Gemeinden nicht zusammenschließen, um zu sparen und um menschliches Potenzial besser zu nutzen“, sagte sie.

„Die Region hat Zukunft, wenn sie über die Kreisgrenzen hinaus denkt“, sagte Bertold Brücher (Grüne). Stärken habe der Kreis zum Beispiel im Bereich Gesundheit. „Da werden Entwürfe gemacht, wie man sich richtig aufstellen kann.“

Arne Hattendorf (Piraten) hingegen verwies auf Infrastrukturprobleme. Er forderte bessere Schulen auf dem Land und mehr Gesamtschulen.

Falk Hensel (SPD) setzte auf bessre Schulen und Kitas: „Die beste Wirtschaftsförderung ist die Bildung.“ Kleine Kita-Gruppen seien nötig, um die frühkindliche Bildung zu stärken. Investiert werden sollte außerdem in die Altenpflege. „Damit die Leute hierbleiben und der Landkreis lebenswert ist.“

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