Kunden ärgern sich über Preiserhöhung der Stadtwerke

Wolfenbüttel  Kunden ärgern sich über die Strompreiserhöhung der Stadtwerke Wolfenbüttel. Das Unternehmen führte unterdessen satte Gewinne ab.

Die Stadtwerke führten zuletzt hohe Gewinne ab.

Foto: Hueske

Die Stadtwerke führten zuletzt hohe Gewinne ab. Foto: Hueske

Von einer „Anpassung“ statt einer Erhöhung hätten die Stadtwerke geschrieben, ärgert sich ein Leser. Wegen der Erhöhung der staatlichen Umlagen sei das Unternehmen dazu „gezwungen“ gewesen. Einen Anstieg um 14,3 Prozent hat unsere Zeitung ermittelt – gerechnet für einen Haushalt, der in der Grundversorgung 4000 Kilowattstunden verbraucht. Es ist die höchste Tariferhöhung in der Region. „W wie Wucherstadt“ schreibt eine Leserin verärgert und fragt, womit der Anstieg gerechtfertigt sei.

Frank Lübben, Geschäftsführer der Stadtwerke, will sich auf derlei Diskussionen gar nicht einlassen. „Das wir der teuerste Anbieter in der Region sind und am meisten erhöht haben, ist mir nicht bekannt“, sagt er auf Nachfrage: „Die Preise der einzelnen Anbieter kann man nicht vergleichen.“ Zu unterschiedlich seien die Bedingungen. Je nach Netzgebiet müssten beispielsweise andere Netzentgelte gezahlt werden.

Lediglich die reinen Energiebereiche können man vergleichen. Beim Strompreis spielten aber eben auch staatliche Abgaben und Netzentgelte eine Rolle.

Zu 100 Prozent aus Wasser ist der Strom der Stadtwerke. Das mache ihn aber nicht besonders teuer, versichert Lübben. Das Unternehmen habe die Einkaufspreise konstant gehalten. Lediglich die Erhöhung der Umlagen habe es in vollem Umfang weitergegeben.

Dass Konkurrenten wie die Energieversorger LSW die Einkaufskosten senken konnten und deren Erhöhung daher moderater ausfiel, beeindruckt Lübben zumindest offiziell nicht: „Wir haben gut eingekauft. Wir kennen die Konditionen der anderen nicht.“

Die Geschäfte der Stadtwerke gehen offenbar gut. Einen Überschuss von knapp 5,6 Millionen Euro führte das Unternehmen für das Jahr 2011 an die Stadtbetriebe, eine 100-prozentige Tochter der Stadt Wolfenbüttel ab.

Die Stadt profitierte nicht zum ersten Mal von derart hohen Gewinnen. Seit es die Gewinnabführungsvereinbarung gibt, sind die Jahresüberschüsse der Stadtwerke deutlich gestiegen. Von 2009 bis 2011 belaufen sie sich auf insgesamt auf knapp 20 Millionen Euro.

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