6000 Fahrzeuge durch die Wallstraße

Wolfenbüttel  Erstaunliche Zahlen hörte der städtische Bauausschuss in seiner Sitzung. Die Verwaltung hatte Ergebnisse verschiedener Verkehrszählungen vorgelegt.

Eine stets stark befahrene Verbindung zur Innenstadt: An der Wallstraße in Wolfenbüttel fand kürzlich eine Verkehrszählung statt.

Foto: Frank Wöstmann

Eine stets stark befahrene Verbindung zur Innenstadt: An der Wallstraße in Wolfenbüttel fand kürzlich eine Verkehrszählung statt. Foto: Frank Wöstmann

Demnach ist vor allem die Wallstraße als Verbindung in die Innenstadt noch wichtiger geworden. Interessanter Weise lagen der Stadt für verschiedene Bereiche Vergleichszahlen aus der Vergangenheit vor. Beispielsweise wurde in der Wallstraße bereits 2002 und 2009 gezählt – der aktuelle Wert mit fast 6000 Fahrzeugen pro Tag stellt mit Abstand den Spitzenwert dar. „Die offensichtlich extrem angestiegene Verkehrsbelastung auf annähernd 6000 Kfz im oberen Bereich hebt die Bedeutung der Wallstraße für die innerstädtische Erschließung hervor“, heißt es in der Vorlage.

Vor kurzem hatte die Verwaltung die Parkflächen in der Wallstraße versetzt und so den fließenden Verkehr gezwungen, mit reduziertem Tempo Bögen zu fahren. Die im Juni gemessene Durchschnittsgeschwindigkeit gab die Vorlage nun mit knapp 24 Stundenkilometern an. Im August 2009 waren das an dieser Stelle noch 25,4km/h gewesen.

Weitere Zählungen und Tempomessungen fanden in der Engen Straße, der Lohenstraße und der Neuen Straße statt. Überall lag das Tempo auf diesen schmalen Innenstadtstraßen teils weit unter den erlaubten 30 Stundenkilometern. Die Verwaltung führte dies nicht zuletzt auf die Tatsache zurück, dass viele Straßen mittlerweile für Radfahrer in beide Fahrtrichtungen geöffnet sind.

Die Zahlen ergaben für die Enge Straße rund 340 Fahrzeuge pro Tag (Radler stets inklusive), für die Lohenstraße 1100 Fahrzeuge und für die Neue Straße 2800 Fahrzeuge.

In einer weiteren Entscheidung beschloss die Politik einstimmig die Änderung der Ablösebeträge für Parkplätze. Wer künftig ein Geschäft ausbaut oder ein bestehendes umbaut, muss nun statt 3800/2300 Euro nur noch 1000/800 Euro je nach Zone bezahlen. Die Verwaltung hatte erkannt, dass die bisherigen Beträge „ein Investitionshindernis darstellen“. Das bestätigte Ratsherr Lutz Kleber (CDU), der viele Jahre lang in der Wallstraße ein Geschäft betrieb: „Als wir in den 90er-Jahren umbauten, mussten wir 20 000 Mark Ablöse zahlen – das hat uns gerade in der Bauphase stark belastet“, erzählte er. „Vor allem, weil wir für Parkplätze zahlten, die es in der Nähe unseres Geschäftes ja gar nicht gab.“

Einstimmig befürwortete der Bauausschuss die Stellungnahme der Stadt zu den Vorranggebieten für Windenergie (wir berichteten mehrfach). Dabei gingen auch die Änderungsvorschläge der Ortsräte Ahlum und Wendessen glatt durch.

Fußgängerbrücke „Bastion“

Die von den Grünen beantragte Brücke „Bastion Philippsberg“ wird wohl nicht kommen. Stefan Brix hatte den Antrag mit dem Ziel begründet, den Radverkehr nachhaltig zu verbessern. Wer über die Räubergasse in die Stadt fahre, solle künftig von Jägermeister aus durch den Park (ehemaliger Friedhof) dort über die Brücke zur Justizvollzugsanstalt rollen. Für die CDU sah Birgit Oppermann „keinen Bedarf – zumal die Wallstraße bald Shared-Space und gut zu befahren sein wird“. Für die SPD sagte Torsten Ohms, die Kosten stünden in keinem Verhältnis. „Außerdem: Die Wegeführung erschließt sich uns nicht, das Grundstück gehört nicht der Stadt und liegt überdies im Landschaftsschutzgebiet.“

Gleichwohl beschloss der Ausschuss mehrheitlich, die planungsrechtlichen Voraussetzungen für eine Fußgänger-/Radlerbrücke aufzuzeigen und die Kosten zu ermitteln.

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