Auch im Landkreis gibt es Aids-Kranke, die Hilfe brauchen

Wolfenbüttel  Am Welt-Aids-Tag haben Politiker und Verwaltungsmitarbeiter aus Stadt und Kreis in der Fußgängerzone für die Braunschweiger Aids-Hilfe gesammelt.

Jürgen Hoffmann, Geschäftsführer der Aids-Hilfe (rechts), heftet Landrat Jörg Röhmann eine Solidaritäts-Schleife ans Revers.

Foto: Stephan Hespos

Jürgen Hoffmann, Geschäftsführer der Aids-Hilfe (rechts), heftet Landrat Jörg Röhmann eine Solidaritäts-Schleife ans Revers. Foto: Stephan Hespos

Nach Auskunft von Geschäftsführer Jürgen Hoffmann versteht sich der Verein als Beratungsstelle und Treffpunkt. Er kümmert sich in der Region um etwa 150 HIV-Infizierte und Erkrankte. Hoffmann: „Etwa zehn Prozent davon kommen aus dem Kreis Wolfenbüttel.“

Im Landkreis selbst gibt es keine eigene Beratungsstelle. Aus diesem Grund unterstützt die Kommune die Einrichtung in Braunschweig mit jährlich 2600 Euro. Zuletzt hatte die Aids-Hilfe darum gebeten, den Ansatz auf 3500 Euro zu erhöhen.

Im Gespräch mit unserer Zeitung wies Landrat Jörg Röhmann auf die angespannte Haushaltslage hin. „Wir halten unsere freiwilligen Leistungen stabil, können aber nicht aufstocken.“ Die Aids-Hilfe wird vom Land grundfinanziert. Sie muss aber 20 Prozent ihrer Kosten durch Spenden decken.

Laut Hoffmann ist das Thema Aids zuletzt aus dem Blick der Öffentlichkeit geraten. Dabei sei die Zahl der jährlichen Neuinfizierungen mit dem HI-Virus gestiegen – um rund 400 Fälle auf etwa 3400 Menschen in Deutschland.

Der Geschäftsführer nennt dafür zwei wesentliche Gründe. „Zum einen lassen sich mehr Menschen testen.“ Zum anderen habe sich angesichts des medizinischen Fortschritts eine gewisse Sorglosigkeit breitgemacht. So gehörten Bilder ausgemergelter Erkrankter der Vergangenheit an. „Die Lebensdauer und -qualität ist aufgrund besserer Medikamente gestiegen.“ Aidskranke würden heute eher an Folgeerkrankungen sterben als direkt an der Immunschwäche.

Ziel der Aids-Hilfe ist, die Krankheit wieder im öffentlichen Bewusstsein zu verankern. Spendenaktionen wie in Wolfenbüttel sollen zeigen, dass sich Menschen für Erkrankte engagieren und sie nicht ausgrenzen oder fallen lassen. Neben dem Beraten und Betreuen ist die Präventionsarbeit Schwerpunkt des Vereins.

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