Historischer Grabstein wird restauriert

Wolfenbüttel  Einst war er Wolfenbüttels Garnisons-Kommandant. An Gustav-Adolph von Ehrenkrook (1812 bis 1859) erinnerte zuletzt nur noch ein verfallener Grabstein.

Martin Tomicki (links) und Wolfgang Schlender restaurieren den Grabstein von Gustav Adolph von Ehrenkrook.

Foto: Stephan Hespos

Martin Tomicki (links) und Wolfgang Schlender restaurieren den Grabstein von Gustav Adolph von Ehrenkrook. Foto: Stephan Hespos

Dieser wird nun restauriert – und soll auf dem alten Friedhof an der Friedrich-Wilhelm-Straße neu gesetzt werden. Die Initiative hierzu geht von Sven-Ulrich von Ehrenkrook aus, einem Nachfahren des Majors. Der Mann aus Rotenburg/Wümme möchte das historische Andenken für die Zukunft bewahren. Er beauftragte deshalb den Fachbetrieb Zeising damit, den beschädigten Grabstein zu erhalten.

„Der Stein war umgefallen mit der Schrift nach unten. Er lag mitten im Efeu“, berichtet Steinbildhauermeister Wolfgang Schlender. „Wir mussten ihn auf dem Friedhofsgelände erst suchen, haben ihn dann gereinigt, gefestigt, Ecken ausgebessert und die Schrift nachgezogen, so dass er wieder schön aussieht.“ Laut Schlender bringt der gut einen Meter hohe und mehr als 50 Zentimeter breite Stein stattliche 300 Kilo auf die Waage.

„Von Ehrenkrook war ein tapferer Offizier“, berichtet unterdessen Friedrich Deichmann von der Traditionsgemeinschaft Schwarzer Herzog. Der Oberstleutnant der Reserve ist von dem Engagement des Ehrenkrook-Großneffen sehr angetan. „Er wird mit seiner Frau am Donnerstag, 22. November, zur Wiedereinweihung des Grabsteins nach Wolfenbüttel kommen.“ Beginn auf dem alten Friedhof sei um 10 Uhr. Erwartet würden auch Vertreter der Reservistenkameradschaft.

Doch wer war Gustav-Adolph von Ehrenkrook eigentlich? Im Internet ist er nahezu unbekannt. Nach Recherchen seines Nachfahren wurde er in Wesseln bei Hildesheim geboren. 1827 trat von Ehrenkrook in das Kadettenkorps zu Braunschweig ein, 1841 wurde er Hauptmann, 1858 Major und Garnisons-Kommandant von Wolfenbüttel. In einem Brief von 1888 lobt Braunschweiger Herzog Wilhelm ihn als umsichtig und entschlossen – und ernennt ihn „zum Ritter meines Herzoglichen Ordens Heinrichs des Löwen“.

Am 1. Dezember 1858 siedelte von Ehrenkrook nach Wolfenbüttel über, wo er am 17. Dezember 1859 nach schwerer Krankheit starb. Sein Sohn Friedrich Wilhelm notierte damals, wie der Vater mit militärischen Ehren beigesetzt wurde: „Wir [Kinder, d. Red.] hielten unsere dem Zusammenbrechen nahe Mutter innig umschlungen, während unter dumpfen Trommelwirbeln und feierlicher Trauermusik unser Vater und Ernährer vondannen geführt wurde. Auch die Bevölkerung Wolfenbüttels war zahlreich zum Begräbnis erschienen, und die Schützengilde in Uniform und mit Musik schloss sich dem Leichenzuge an.“

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