Im harten Zirkusalltag gibt es wenig Glanz

Wolfenbüttel  Im Zirkusalltag gibt es keinen Glamour. „Es ist eine harte Sache“, sagt Liane Weishaupt-Köllner, Junior-Chefin des Zirkus Las-Vegas.

Im Zirkus-Alltag gibt es keinen Glamour. Chefin Liane Weishaupt-Köllner und ihr Bruder Renaldo kümmern sich um den Elefanten Gitana.

Foto: Ruf

Im Zirkus-Alltag gibt es keinen Glamour. Chefin Liane Weishaupt-Köllner und ihr Bruder Renaldo kümmern sich um den Elefanten Gitana. Foto: Ruf

Der Zirkus aus der Nähe von Northeim ist Wolfenbüttel auf dem Schützenplatz zu Gast.

„Hier müssen alle an einem Strang ziehen“, sagt Weishaupt-Köllner. Ob Artist, Seiltänzer oder Musiker – jeder übernehme verschiedene Aufgaben. Vor allem um die Tiere müsse man sich intensiv kümmern.

Kritik, dass es den exotischen Vierbeinern in den kleinen Gehegen nicht gut gehen könne, weißt sie von sich. „Die Auslaufgehege haben die Maße, die vom Veterinär vorgeschrieben sind. Außerdem werden wir regelmäßig vom Amtstierarzt kontrolliert.“ Besser als im Zoo hätten es die Zirkustiere allemal: „Wir arbeiten jeden Tag mit ihnen.“

Wirtschaftlich gesehen ist der Zirkus ein mittelständisches Unternehmen. 30 Menschen arbeiteten dort. Anders als in einer gewöhnlichen Firma gebe es aber kein regelmäßiges Gehalt. Was am Ende des Monats übrig bleibe, werde geteilt. Allzu viel sei das nicht: „Wir müssen uns schon wirtschaftlich klein halten, sonst gehen wir unter.“

Einnahmen und Ausgaben seien von Monat zu Monat verschieden. Allein das Futter für die Tiere koste 300 Euro täglich. Manchmal müsse man hohe Standmieten bezahlen. Und im Winter seien die Energiekosten immens.

Die Schulpflicht gilt auch für Zirkuskinder. Bis zur vierten Klasse werden sie an jedem Standort neu in einer Grundschule angemeldet, sagt Weisheit-Köllner. Die älteren Kinder nutzten Fernunterrichts-Angebote. Das Internet sei dabei eine große Hilfe. .

Ein bürgerliches Leben mit Wohnhaus statt Wohnwagen könne sie sich nicht vorstellen, meint die Zirkus-Frau. „Vielleicht wäre es im Winter schöner, aber wenn die Sonne raus kommt, würde ich ersticken.“

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