Immer weniger Kirchenmitglieder zu verzeichnen

Wolfenbüttel  Der demografische Wandel macht sich auch in den beiden großen Kirchen eklatant bemerkbar. Protestanten und Katholiken leiden unter Mitgliederschwund.

Die Evangelisch-lutherische Landeskirche in Braunschweig verliere jährlich rund 5000 Mitglieder, sagt Pressesprecher Michael Strauß auf Nachfrage.

Im Bistum Hildesheim sieht es ähnlich aus: „Aber nicht nur der demografische Wandel spielt eine Rolle“, meint Michael Lukas, bischöflicher Pressesprecher. Hinzu komme, dass die Zahl der Kirchenaustritte (4537 im vergangenen Jahr) weitaus höher sei als die Zahl der Kircheneintritte (144 im vergangenen Jahr). Hinzu kämen 259 Wiederaufnahmen. Von Bedeutung sei zudem, wie viele Menschen zu- beziehungsweise wegzögen.

Die Braunschweigische Landeskirche habe größere Demografieprobleme als andere Landeskirchen, erläuterte Strauß mit Blick in Richtung Harz. Die Braunschweigische Landeskirche erstreckt sich im Norden von Parsau nördlich von Wolfsburg bis nach Walkenried im Südharz und in west-östlicher Richtung von Peine bis Helmstedt. „Gerade im Harz ist der Anteil der älteren Menschen höher als in anderen Regionen“, sagte Strauß.

In der Braunschweigischen Landeskirche gab es im vergangenen Jahr 2559 Kirchenaustritte und 877 Kircheneintritte. 4250 Taufen standen 5700 Bestattungen gegenüber, so Strauß.

Doch es gibt auch positive Nachrichten: Die Propstei Wolfenbüttel habe auf ihre Tauffeste sehr gute Resonanz gehabt. Davon berichtet Propst Dr. Hans-Heinrich Schade. „Wir haben Familien mit Kindern im Alter von 2 bis 10 Jahren, die nicht getauft waren, angeschrieben“, erzählt Schade.

Eltern und Kinder seien auf die Taufe vorbereitet worden. Mit zwei Tauffesten in der Hauptkirche Beatae Mariae Virginis und in der St.-Johanniskirche seien 30 Täuflinge erreicht worden.

Attraktiv gestaltete Gottesdienste können zudem dazu beitragen, dass sich Menschen für Glauben und Kirche interessieren. Beste Beispiele sind Gottesdienste, die von Teilnehmern aktiv gestaltet werden – sei es zu den christlichen Festen oder zur Einschulung. Ostern kam Hornburgs evangelischer Pfarrer Olaf Schäper beispielsweise als Sherlock Holmes in den Kindergottesdienst, um Spuren am Jesusgrab zu sichern.

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