In der Mastanlage dominiert die Technik

Wolfenbüttel  Ulrich Löhr lud zum Tag des offenen Stalls. Mehrere hundert Menschen kamen, um einen Blick in seine Hähnchenmastanlage bei Groß Denkte zu werfen.

Christian Schwetje erklärt einer Besuchergruppe, wie die Hühnerzucht im Maststall funktioniert.

Foto: Ruf

Christian Schwetje erklärt einer Besuchergruppe, wie die Hühnerzucht im Maststall funktioniert. Foto: Ruf

Technik dominiert bei der Massenzucht von Hühner. Das wurde bei der Führung durch den Stall schnell deutlich. Um zu vermeiden, dass Krankheitskeime eingeschleppt wurden, mussten die Besucher blaue Einweg-Overalls überziehen.

Im Stall werden alle wichtigen Funktionen per Computer gesteuert, erklärte Christian Schwetje, der gemeinsam mit seinem Vater Gerhard und mit Löhr Besuchergruppen durch den Stall führte und Fragen beantwortete. Alle notwendigen Dinge könne man genau einstellen, um die Tiere immer optimal zu versorgen. Er zeigte die Futterbirnen, aus denen die Hühner Getreide, Raps und Sojaprodukte picken können. Das Getreide komme teils aus der eigenen Produktion, betonte er: „Das ist auch ein Stück Kreislaufwirtschaft.“.

Je nach der Größe der Tiere können die kleinen Schälchen mit dem Trinkwasser in der Höhe verstellt werden, so dass die Hühner immer leicht Zugang haben, sagte er. Während durch Rohre in der Halle Futter in die Birnen rieselte, erklärte er das Kühl- und Heizsystem, das immer für eine optimale Temperatur sorge. Alles werde genau auf die Hühner angepasst.

Als kleine Küken werden sie in den Stall gesetzt, immer 100 Stück auf einmal. Dann blieben sie 30 bis 40 Tage im Stall, bevor sie zur Schlachtung abtransportiert werden.

Aber trotz aller Technik gehe es nicht ohne den Menschen. Zweimal täglich müsse man durch den Stall gehen und nach dem Rechten sehen.

30 000 Hühner drängten sich derweil dicht an dicht im Stall. Nur aus dem vorderen Teil, in dem die Besucher waren, hatten sie sich zurückgezogen.

Nach der Führung waren die Eindrücke bei den Besuchern gemischt. „Mich hat das überzeugt“, sagte beispielsweise Kurt Mahler, der extra aus Braunschweig gekommen war: „Alles ist computerüberwacht. Trotzdem gehen regelmäßig Menschen durch den Stall. Und 24 Stunden am Tag ist jemand zuständig – das finde ich gut.“

Christa Rogat aus Börßum hingegen meinte: „Wenn ich die Tiere sehe, die in 30 Tagen groß gezogen werden, tun sie mir leid.“

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