Paul Koch will eine Pause vom sozialen Einsatz machen

Wolfenbüttel  Paul Koch geht in Ruhestand. Seit 1980 hat er in Schöppenstedt das Gemeindeleben als Propsteijugendwart und später als Sozialdiakon mit geprägt.

Schöppenstedts Sozialdiakon Paul Koch geht in Ruhestand.

Foto: Kai-Uwe Ruf

Schöppenstedts Sozialdiakon Paul Koch geht in Ruhestand. Foto: Kai-Uwe Ruf

Auf dem Weg zum Ruhestand musste der 65-Jährige noch einmal umplanen. Wegen der Rentenreform stand ein Monat mehr Arbeit an, als Koch zunächst gedacht hatte. Schöppenstedts Sozialdiakon verlegte kurz entschlossen seinen Urlaub an das Ende der Arbeitszeit.

Zum 31. Oktober beginnt er nun sein Rentner-Dasein. Trotz Urlaubs muss er in seinem Büro noch ein wenig aufräumen. Und auch im Kopf ist er noch nicht ganz im Ruhestand angekommen. „Jetzt habe ich Urlaub, und danach gehe ich nicht mehr zur Arbeit. Das ist schon ein merkwürdiges Gefühl“, sagt Koch ein wenig nachdenklich.

Eine Liste mit Aufgaben, an denen er sich abarbeiten könnte, hat Koch nicht aufgestellt. Ganz im Gegenteil: Der Ruhestand soll mit einer Pause in Sachen sozialem Engagement beginnen. „Ich mache ein Sabbat-Jahr“, sagt Koch bestimmt. Sogar aus allen Vereinen sei er ausgetreten. „Ich will keine Verpflichtungen. Ich will mir klar werden, wo ich mich künftig engagieren will“, hat er sich vorgenommen.

Möglichkeiten sich zu engagieren gebe es reichlich. „ Ich könnte das was ich beruflich gemacht habe eins zu eins ehrenamtlich weitermachen“, sagt Koch. Das wolle er aber nicht. Stattdessen soll zunächst die Haussanierung im Vordergrund stehen. Das Dach und die Heizung müssten gemacht werden. „Langweilig wird mir nicht werden“, ist Koch sicher.

Koch begann 1980 mit seiner Arbeit in der Propstei Schöppenstedt. Damals besetzte er dort die neue Stelle des Jugendwarts. Zehn Jahre später rief er die Tschernobyl-Initiative ins Leben. Sein Engagement für Kinder aus dem radioaktiv verseuchten Gebiet Weißrusslands machte ihn im Kreis bekannt.

Koch initiierte in Schöppenstedt aber weit mehr. Die Tafel, die Kleiderstube, der Mittagstreff und der Männerstammtisch gehen auf seinen Einsatz als Sozialdiakon zurück. Und wenn das Gespräch auf soziale Punkte kommt, ist Paul Koch auch gleich wieder mittendrin. „Das Grundeinkommen wird künftig ein wichtiges Thema sein“, meint er: „Es würde bei Arbeitslosen viele Probleme lösen.“

Wie lange Koch die selbst auferlegte Ruhepause im sozialen Engagement durchhält, ist noch nicht entschieden. „Wann mein Sabbat-Jahr zu Ende ist, bestimme ich selbst.“

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