Gebäude- Eigentümer sollen Partner werden

Wolfenbüttel  Das Bundesministerium für Bau und Stadtentwicklung hat Wolfenbüttel als Modellvorhaben für „Experimentellen Wohnungs- und Städtebau“ auserkoren.

Die Stadt setzt darauf, die Fußgängerzone durch Eigentümer-Kooperationen zu beleben.

Foto: Karl-Ernst Hueske

Die Stadt setzt darauf, die Fußgängerzone durch Eigentümer-Kooperationen zu beleben. Foto: Karl-Ernst Hueske

Die Verkaufsflächen in der Wolfenbütteler Innenstadt sind Investoren oft zu klein. Warum also nicht mehrere Gebäude zusammenschließen? Ob, wie und unter welchen Voraussetzungen das in enger Abstimmung mit Hauseigentümern gelingen könnte, soll nun ein Sondergutachten ermitteln, das vom Bund gefördert wird.

Ziel der wissenschaftlichen Untersuchung ist es, moderne Raumkonzepte zu finden. Nach Auskunft von Bürgermeister Thomas Pink und Marketing-Chef Björn Reckewell soll dies die Vermarktungschancen erhöhen. Denkbar sei beispielsweise ein gemeinsamer Miettopf mehrerer Eigentümer, der den einzelnen im Falle eines Leerstands oder Mieterwechsels nicht gleich in finanzielle Bedrängnis bringe.

Das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung hat deutschlandweit acht Städte für dieses Modellprojekt ausgewählt. Der Bund trägt laut Pink mit 42 000 Euro 80 Prozent der Kosten in Wolfenbüttel, den Rest zahle die Stadt.

Die Ergebnisse sollen im Sommer nächsten Jahres vorliegen und integriert werden in die gerade angestoßene Bürger-Debatte über das Innenstadt-Entwicklungskonzept. Verantwortet und koordiniert wird das Vorhaben vom Wolfenbüttel-Marketing. Externe Berater sollen die Gesellschaft unterstützen.

So wird etwa das Anwaltskontor Schriefers aus Düsseldorf zuständig sein für die juristische Komponente, etwa das Aufsetzen von Verträgen. Reckewell verdeutlicht: „Die Eigentümer sollen ihr Eigentum nicht aufgeben, sondern wirtschaftlich selbständig bleiben.“

Inhaltlich gehe es beim so genannten Immobilien-Pooling nicht nur um das Zusammenlegen von Gebäuden. Während in den Erdgeschossen der Objekte zeitgemäße Einzelhandelsflächen entstehen sollen, liegt ein weiterer Schwerpunkt auf den Obergeschossen. Hier sei zu prüfen, wie diese genutzt werden könnten – fürs Arbeiten, Wohnen oder die Kultur. Reckewell: „Wir wollen tradierte Pfade verlassen und neue Denkwege gehen.“ Der Modellprojekt-Charakter sei dabei ein zusätzlicher Ansporn für alle Beteiligten.

Bürgermeister Pink erhofft sich: „Wir wollen ein Regiebuch in die Hand bekommen, um Eigentümer zusammenzubringen.“ Reckewell ergänzt: „Es geht auch darum, das Wohnen und Leben in Wolfenbüttel attraktiver zu gestalten.“

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