Schüler lernen Umgang mit Geld

Wolfenbüttel  Das Projekt „Geldspeicher“ der Freiwilligenagentur bringt Finanzexperten in Schulklassen.

Klaus-Jürgen Stoll (von links), Steffi Elina Reimold, Janis Wieshoff, Olaf Danker und Ilona Kaula hoffen auf mehr Unterstützung.

Foto: Schönberg

Klaus-Jürgen Stoll (von links), Steffi Elina Reimold, Janis Wieshoff, Olaf Danker und Ilona Kaula hoffen auf mehr Unterstützung. Foto: Schönberg

Haushaltsplan, Kredit, Insolvenz – Begriffe mit denen Kinder und Jugendliche oft nicht viel anfangen können. Das möchte die Freiwilligenagentur Wolfenbüttel mit dem Projekt „Geldspeicher“ ändern. In Braunschweig und Helmstedt läuft es schon an mehreren Schulen. Nun gibt es auch in Wolfenbüttel ein Pilotprojekt. „Das Thema Geld ist allgegenwärtig, aber Statistiken belegen, dass es bei Jugendlichen Defizite gibt, was den Umgang mit Geld betrifft“, sagt Olaf Danker, Projektleiter bei der Freiwilligenagentur. „Wir wollen die finanziellen Kompetenzen der Jugendlichen stärken, um Verschuldung zu vermeiden.“

Dazu sollen ehrenamtliche Experten Schulklassen besuchen und aus dem Alltag berichten. Bisherige Partner des Projektes sind die Awo-Schuldnerberatung Wolfenbüttel und die Braunschweigische Landessparkasse. In Wolfenbüttel läuft das Geldspeicher-Projekt zunächst an der IGS Wallstraße. „Wenn es in der Pilotklasse gut läuft, würden wir das Projekt gern jedes Jahr durchführen“, sagt Schulleiterin Ursula Miege. „Heutzutage ist es leicht, sich zu verschulden. Durch die Werbung werden Wünsche geweckt und je jünger man ist, desto weniger kann man überblicken, wie lange es dauert, etwas abzubezahlen. Kinder bekommen einen lockeren Umgang mit Geld, weil es ihnen so vorgelebt wird.“

Wie sehr Geld auch schon in den unteren Jahrgangsstufen ein Thema ist, kann Klaus-Jürgen Stoll berichten. Er geht als ehrenamtlicher Experte in die Klassen und spricht mit den Schülern über ihren Umgang mit Geld. „Die Kinder arbeiten richtig toll mit“, sagt er. „Ich möchte ihr Bewusstsein stärken und spreche dazu mit ihnen auch über unnütze Dinge, für die sie schon Geld ausgegeben haben.“

Für Ilona Kaula von der Schuldnerberatung ist klar, dass man das Thema schon in der Schule angehen muss: „Geld ist spätestens mit dem Taschengeld ein Thema in den Köpfen der Kinder. Deswegen ist es gut, ihnen so einen Anstoß zu geben.“

Astrid Hunke-Eggeling, Leiterin der Freiwilligenagentur, hofft auf weitere Unterstützer, damit das Projekt in Wolfenbüttel ausgebaut werden kann. „Der Bedarf für sechs Schulen ist da“, sagt sie. „Wir haben für 2013 Anträge bei Stadt und Landkreis gestellt, um es finanzieren zu können, aber wir brauchen natürlich auch weitere ehrenamtliche Helfer.“

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