Politiker: Wolfenbüttel soll Lessing stärker für sich nutzen

Wolfenbüttel  Die Stadt möchte sich zukünftig stärker als bisher als Lessingstadt profilieren. Ein mögliches Konzept wurde nun vorgestellt.

Beim Festumzug zum Altstadtfest war Ralf Kleefeld in der Rolle des Lessing zu sehen.

Foto: Stephanie Memmert

Beim Festumzug zum Altstadtfest war Ralf Kleefeld in der Rolle des Lessing zu sehen. Foto: Stephanie Memmert

Bereits im Tourismus-Entwicklungskonzept ist das Thema Lessingstadt als imagebildend dargestellt. Um sich überregional dauerhaft im Tourismusmarkt zu positionieren, soll das Thema Lessing Markencharakter erhalten. Das wurde im Ausschuss für Kultur, Tourismus und Städtepartnerschaften deutlich.

Das Konzept dafür stellte Silke Petzold vom beauftragten Beratungsunternehmen in der Ausschusssitzung vor. Die Aufgabenstellung für dieses Konzept war zunächst Anfang des Jahres im Rahmen eines umfangreichen Workshops erarbeitet worden, an dem Vertreter aus Wissenschaft, Kultur und Politik beteiligt waren. „Wolfenbüttel bietet genug Ansatzpunkte, um die Stadt dauerhaft als Lessingstadt zu positionieren“, erklärte sie.

Während in anderen Städten historische Orte vielfach nicht mehr oder nur rudimentär vorhanden seien, habe Wolfenbüttel authentische Kernorte zu bieten. Diese seien etwa das Schloss, das Lessinghaus, Meißnerhaus und auch das Lessingtheater. Hierfür schlagen die Berater ein Konzept aus vier Säulen vor, die zusammen das Thema Lessing erlebbar machen sollen. „Wir wollen den Spannungsbogen Lessing zeigen. Er hat in Wolfenbüttel gelebt, geliebt, gelitten, gearbeitet und geschrieben“, so Petzold.

Eine Säule des Konzeptes sind die noch vorhandenen authentischen Orte, wie das Lessinghaus. Eine weitere sollen Themenwege im Stadtraum sein und eine dritte Veranstaltungen, Events und auf Zielgruppen zugeschnittene Besuchsprogramme. Ein mögliches Besucherzentrum mit einer Erlebnisausstellung könne eine vierte Säule sein. Die Präsentation stieß auf breite Zustimmung im Ausschuss. Fragen gab es vor allem nach möglichen Kosten, vor allem für das genannte Besucherzentrum. „Das Besucherzentrum ist bislang ein rein virtuelles Gebäude“, antwortete dazu Björn Reckewell.

„Wir müssen das als Stufenplan verstehen, wir müssen das wollen, und wir haben keinen Zeitdruck“, sagte Ausschussvorsitzender Christoph Helm. „Andere Städte gehen mit ihren Söhnen offener um“, merkte Bürgermeister Thomas Pink an. Lessing sei in Wolfenbüttel zumeist von der hohen Wissenschaft vereinnahmt. „Lessing muss auch für den Bürger und für Touristen populär und erreichbar sein“, forderte er. Werde das Konzept umgesetzt, so Pink, können Lessing aus der Anonymität herausgeholt werden.

Ende des Jahres soll es nun, so der Wille des Ausschusses, eine Sitzung mit nur dem einen Tagesordnungspunkt „Lessingstadt“ geben. Dann soll, so Helm, entschieden werden, ob die Stadt in den Masterplan einsteigen will.

Einig war sich der Ausschuss auch, dass das Tourismus-Entwicklungskonzept weiter ergänzt werden soll. So will die Stadt, erklärte Reckewell, sowohl den Fahrrad- als auch den Bootstourismus weiter entwickeln. „Aus dem Tourismuskonzept sind noch keine Einzelschritte umgesetzt worden“, erklärte er. Damit solle im Frühjahr begonnen werden.

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