Etwas mehr Arbeitslose in der Region
Braunschweig Im Monatsvergleich zu November stieg die Quote im Dezember leicht auf 6,6 Prozent. Experten prognostizieren für 2013 eine Stagnation am Arbeitsmarkt.
Der Arbeitsmarkt hat im Dezember an Schwung verloren – in einem Jahr, das im Durchschnitt die geringste Arbeitslosenzahl seit 20 Jahren hatte. Und so richtig Fahrt aufnehmen soll der Arbeitsmarkt in diesem Jahr nicht, prognostizieren Experten. Frank-Jürgen Weise, Chef der Bundesagentur für Arbeit, sagt: „Das Risiko, seinen Arbeitsplatz zu verlieren, ist weiterhin sehr gering. Die Chance, als Arbeitsloser einen neuen Arbeitsplatz zu finden, ist in den vergangenen Monaten dagegen etwas schwieriger geworden.“ Weise erwartet für 2013 eine Stagnation.
Auch in unserer Region nahm die Arbeitslosigkeit im Dezember im Vergleich zum Vormonat zu, besonders stark im Kreis Goslar, der mit 9,2 Prozent (+ 0,4 Punkte) die höchste Arbeitslosenquote der Region hat. Stefan Freydank, Sprecher der Arbeitsagentur Braunschweig-Goslar, sagt: „Im Dezember ist ein saisonbedingter Anstieg der Arbeitslosenzahlen nicht unüblich.“
Analysten sehen die Entwicklung im Dezember für Deutschland kritischer. Jens Kramer von der Nord/LB fürchtet: „Die Beschäftigungsdynamik hat auf dem deutschen Fels in der Brandung ihren Höhepunkt erreicht.“ Das zeige sich im Vergleich. 2012 waren im Dezember bundesweit 60 000 Menschen mehr ohne Beschäftigung als im Vorjahresmonat. 2,84 Millionen Arbeitslose zählte die Bundesagentur für Arbeit, eine Quote von 6,7 Prozent. In Niedersachsen wie in der Region lag diese bei 6,6 Prozent.
Die negative Entwicklung im Vergleich zum Vorjahresmonat ist in unserer Region lediglich in Salzgitter und Goslar zu beobachten, wo die Arbeitslosenquote um 0,5 und 0,3 Prozentpunkte stieg. In allen anderen Landkreisen und Braunschweig sank die Quote um 0,1 bis 0,2 Punkte. Stark sank sie in Peine. Dort fiel sie um 0,9 Prozentpunkte auf 5,4 Prozent. Ulrike Scharf vom Jobcenter Peine sagt, vor allem zur Jahresmitte seien Fort- und Weiterbildungen intensiviert worden. „Viele Menschen, vor allem Hartz-IV-Empfänger haben sozialversicherungspflichtige Arbeit gefunden.“
Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit ist die Nachfrage nach Arbeitskräften rückläufig, sie liege aber auf hohem Niveau. Im Dezember waren bundesweit 421 000 offene Stellen gemeldet, 47 000 weniger als vor einem Jahr. In den Agenturbezirken unserer Region wurden für Dezember 6577 offene Stellen gemeldet, auch das sind deutlich weniger als im Vorjahresmonat. Besonders nachgefragt sind Fachkräfte in der Metall- und Elektroindustrie, der IT-Branche und den Pflegeberufen. Stefan Freydank sagt, dass sich dieses Problem weiter verschärfen werde: „In Zukunft wird es keinen Bereich mehr geben, der nicht mehr vom Fachkräftemangel betroffen sein wird.“

